Wie Kleinkinder und Vorschulkinder ihre Adoption erleben (III)

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Nach dem Buch "Being Adopted. The Lifelong Search for Self" (Adoptiert sein - die lebenslange Suche nach dem Ich) von David M. Brodzinsky, Marshall D. Schechter und Robin Marantz.
Teil 3 von Jutta Eigner

 

 

Das Kleinkindalter wird immer wieder als "erste Pubertät" bezeichnet. Das werden Eltern von Kleinkindern bestätigen, deren Lieblingsworte "Nein!" und "Meines!" sind. Bei Vorschülern ist der bevorzugte Gedanke hingegen: "Ich kann das alleine." In dieser Zeit entwickelt das Kind einen stärkeren Sinn für seine eigene Person und eine wachsende Unabhängigkeit.


Während der Kleinkindzeit - ungefähr im Alter von einem bis drei Jahren - sind Kinder sehr damit beschäftigt, Kontrolle über sich selbst und die eigene Welt zu gewinnen. Körperlich beginnt das mit dem Sauber-Werden, der bewussten Lenkung der eigenen Bewegungen im Gehen und Laufen, der Kontrolle über das eigene Wachstum durch die Fähigkeit, selbständig zu essen, aber auch der Kontrolle über die Eltern durch ein entschiedenes "Nein", Wutanfälle und die Fähigkeit fortzulaufen, wenn etwas gar nicht passt.

In der Vorschulzeit, also im Alter von 3 bis 5 Jahren, sind Kinder dann bereit für den nächsten Schritt. Sie entwickeln die Fähigkeit, Dinge auszukundschaften, Projekte zu beginnen und Fragen über alles zu stellen, was sie sehen. Ein Kind im Vorschulalter hat bereits wichtige Kenntnisse erworben. Es kann sich selbst die Schuhe anziehen, den Mantel schließen und mit dem Dreirad fahren. All diese Fähigkeiten kommen ihm zugute, wenn es sich nun weiter von seinen Eltern und der Sicherheit der eigenen vier Wände entfernt.

Das "sprachliche Ich" entwickelt sich (Seite 44)


Im Zusammenhang mit der sprachlichen Entwicklung weisen die Autoren von "Being Adopted" auf die Erkenntnisse von Daniel Stern (Cornell University) hin. Im Alter von 15 - 18 Monaten entdecken Kleinkinder, was Stern das sprachliche Selbstbewusstsein ("verbal sense of self") nennt. Worte bringen die Fähigkeit mit sich, über die eigene Person auf eine neue und gegenständlichere Art nachzudenken. Diese Fähigkeit wird mit zunehmender Entwicklung immer mehr verfeinert. Wenn man die Nutzung von persönlichen Fürwörtern ("Ich", "mein", "Meines!") beobachtet, gebe es zwischen 14 und 20 Monaten einen entscheidenden Unterschied. Das 14-monatige Kind klettert mit dem Kommentar "Hinauf" auf einen Sessel, während das 20-monatige "Ich hinauf" sagt. Ein deutlicher Anstieg von persönlichen Fürwörtern setze ungefähr mit 19 Monaten ein. Im Alter von drei Jahren habe das Kind dann gelernt, sich hauptsächlich über seine Aktivitäten zu definieren. Fragt man ein Kleinkind, wer es ist, wird es sagen: "Ich schlafe in einem Stockbett", "Ich Mamas Baby" oder "Ich gehe in die Kinderkrippe." Innerhalb weniger Jahre wird diese Selbstdefinition abstrakter und beinhaltet Qualitäten, die angeboren und einzigartig für dieses bestimmte Individuum sind. Die Selbstbeschreibung eines Fünfjährigen könnte sein: "Ich bin glücklich" oder "Ich bin klug".

Eine "Person" werden (Seite 45)


Wenn Kleinkinder ein Gespür für ihre eigene Person bekommen, liegt ihre wichtigste psychologische Aufgabe darin, diese Person von anderen zu unterscheiden, um schließlich autonom zu werden. Das ist keine leichte Aufgabe, denn damit es ein "Ich" gibt, muss es auch ein "Nicht-Ich" geben. Und so bringen Babys im Alter zwischen fünf und fünfzehn Monaten ihre Unabhängigkeit und ihren Willen zu experimentieren und erforschen zur Geltung. Später, zischen 15 und 22 Monaten, scheinen auch sehr unabhängige Babys plötzlich wieder anhänglicher zu werden als wollten sie sagen "Will ich wirklich ganz alleine hier raus?" oder "Wird Mama immer hier sein, auch wenn ich ein völlig unabhängiges Kind bin?"

Kleinkind im BuggyNach Erik Erikson gilt diese Periode als entscheidend für die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes. Erikson unterscheidet zwei Phasen: die Phase "Autonomie gg. Scham und Zweifel", die das Kind im Alter von ungefähr einem bis zweieinhalb Jahren durchlebt, und die Phase "Initiative/Entschlusskraft gg. Schuld". Diese Phase entspricht ungefähr dem Alter von drei bis sechs Jahren und bringt die Aufgabe mit sich, die Fähigkeiten für Selbstfürsorge zu entwickeln.

In diesem Alter muss es - folgt man Erikson - Kleinkindern erlaubt sein, zu tun, wozu sie in der Lage sind, ohne dass zuviel oder zu wenig von ihnen erwartet wird, damit sie einen Sinn für Kompetenz, Unabhängigkeit und Selbstwert bekommen, was wiederum für die Entwicklung von Autonomie erforderlich ist. Vorschüler müssen dagegen ein klares Verständnis von Regeln und Erwartungen erwerben, damit sie jene Freiheit entwickeln können, die aus angemessenen Grenzen erwächst. Regeln können den Kindern in diesem Alter helfen, ein Gefühl für "richtig" und "falsch" zu verinnerlichen und sich selbst innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens zu erlauben, enthusiastisch, motiviert und abenteuerlustig zu sein.

Ein/e Denker/in werden (Seite 47)


Eine weitere wichtige Fähigkeit, die sich - folgt man dem Buch "Being Adopted" - in den Kleinkind- und Vorschuljahren entwickelt ist die Fähigkeit, symbolisch zu denken. Mit dem Aufkommen von Sprache und anderen Formen der Symbolisierung - Gesten, Malen?- beginnen Kinder, aus ihrer eingeschränkten Sicht der Welt auszubrechen, indem sie sich Menschen, Gegenstände und Ereignisse im Geist vorstellen. Diese Fähigkeit erlaubt es ihnen, über die Welt nachzudenken, ohne mit ihren Sinnen auf sie einzuwirken. Für ein Baby ist die Mutter eine Person, die gefühlt, gesehen, gehört und geschmeckt wird. Für ein älteres Kind ist sie jedoch ein Mensch, der in Sprache, Zeichnung, symbolischem Spiel und als inneres geistiges Bild repräsentiert werden kann.

Brodzinsky und die anderen weisen auf Piaget hin, dem zufolge das Kind zwischen zwei und fünf Jahren ein "präoperationaler Denker" ist. Das bedeutet, das Kind kann Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge herstellen, aber noch nicht jene geistigen Operationen durchführen, die für echte Logik erforderlich sind. Das Denken von Vorschülern ist beschränkt durch seine Egozentrik und die vollkommene Überzeugung, dass die Welt sich um sie/ihn und ihre/seine Bedürfnisse dreht.

Im Adoptionskontext kann dies an einem Beispiel festgemacht werden, das die Autoren beschreiben: In ihrer therapeutischen Arbeit wurde ihnen die vierjährige Lorie vorgestellt, die unter großen Trennungsängsten litt. In der Behandlung stellte sich heraus, dass Lorie - wütend auf ihre Mutter, die sie bestraft hatte - dieser gewünscht hatte, sie wäre tot. Zufällig wurde die Mutter nun tatsächlich krank und musste mehrere Wochen im Spital verbringen. Lorie glaubte, dass sie die Krankheit der Mutter durch ihre "schlechten Gedanken" verursacht hatte. Um ihre Untat ungeschehen zu machen und die Möglichkeit des Verlassen-Werdens abzuwenden, erlaubte sie ihrer Mutter nun nicht mehr, sich aus ihrem Sichtfeld zu entfernen? (Seite 47f.)

"Ich bin doptiert" - Die Adoptionsgeschichte "nachreden"

(Seite 49 - 53)


Weil Kinder noch eine sehr unentwickelte Denkfähigkeit haben, verstehen sie nach den Autoren in der Regel auch nicht die volle Bedeutung von Adoptiert-Sein. Dennoch geben viele Adoptionsexperten den Rat, schon im Kleinkindalter zu beginnen, über Adoption zu sprechen und damit eine gute Grundlage für eine spätere Auseinandersetzung zu schaffen. Adoptiveltern sollten wissen, dass die Gespräche über Adoption in diesem Alter erst den Anfang einer langen Auseinandersetzung bilden und gelingende Gespräche nicht bedeuten, dass das Kind auch später seiner Adoption immer so positiv gegenüber stehen wird, wie es das in der Vorschulzeit voraussichtlich tut (siehe Teil 4 und Teil 5 der Zusammenfassung von "Being Adopted. The Lifelong Search for Self.)

Die Forschung legt nahe, dass die meisten Kinder nur wenig Vorstellung davon haben, wovon Mama und Papa sprechen, wenn es um Adoption geht.

"Mein Vater ist Dentist, meine Mutter ist Lehrerin und ich bin ein Doptierter" sagt ein Junge mit 5 Jahren

"Alle Leute sind adoptiert worden, nicht wahr?"
sagt ein vierjähriges Mädchen. (Seite 50)

Eine junge Frau erinnert sich an den Abend, als ihre eigene Verwirrung darüber begann, was "Adoption" bedeutet:

"Ich lief im Pfadfinderinnen-Gewand meiner Schwester herum (ich muss drei oder vier gewesen sein). Ich gab vor, ein großes Mädchen wie meine (fünf Jahre ältere) Schwester Kimberly zu sein, die ärgerlich auf mich wurde, weil ich ihre geschätzte Uniform trug. Ich weigerte mich, die Kleidung abzulegen, obwohl es Zeit wurde, ins Bad zu gehen. Die Episode endete mit ein paar barschen Worten meiner Mutter, die mich - Pfadfinderinnengewand hin oder her - in die Badewanne verfrachtete. Nach dem Streit und dem Bad erinnere ich mich, wie meine Mutter mich mit dem Handtuch abtrocknete. Dann sagte sie mir, dass sie mich "getropft" ("dropped") hatte. Meine ganze Kindheit grübelte ich über meine vorläufige Interpretation von "adoptiert" ("adopted") als "getropft" ("dropped") nach." (Seite 50)

Molly hingegen dachte, "adoptiert sein" bedeutet "geboren sein" und umgekehrt. Mit fünf Jahren hatte sie ein Lieblingsspiel, nämlich unter Mamas Leibchen heraus zu krabbeln, hinaus zu gleiten und zu schreien: "Ich bin jetzt adoptiert." (Seite 50)

Auch wenn viele Kinder nicht genau die verwendeten Worte verstehen, so lieben die meisten ihre Adoptionsgeschichte. Wie kann ein kleines Kind nicht eine Geschichte lieben, die immer und immer erzählt wird, während das Kind im Arm gehalten wird und ein Elternteil mit ihm über den wichtigsten Menschen auf der ganzen Welt spricht, nämlich über das Kind selbst? Das führt dazu, dass viele kleine Kinder warme und angenehme Gefühle bezüglich ihrer Adoption hegen. Wie oft die Geschichte auch wiederholt und wie liebevoll sie erinnert wird - Eltern erleben immer wieder, dass die Bedeutung oftmals noch nicht wirklich "angekommen" ist...

KindergartenkinderHeather hörte jeden Tag ihre Adoptionsgeschichte zum Einschlafen: wie die Eltern in die Abteilung für Neugeborene gingen und Heather aus all den anderen Kindern aussuchten, damit sie ihr eigenes besonderes Baby werden konnte. Jeden Abend verlangte Heather nach dieser Geschichte. Als Heather vier Jahre alt war, bekam die Hündin der Familie fünf Welpen. Daraufhin fragte Heather ihre Mama: "Ich war in deinem Bauch, oder?" "Nein" sagte die Mutter ruhig. "Erinnerst du dich nicht, dass wir dir erzählt haben, dass eine andere wunderbare Frau dich geboren hat? Dann haben wir dich adoptiert, so wie andere Familien Daisys Hundebabys adoptieren werden." Heather wurde sehr leise, saugte an ihrem Daumen und schüttelte dann den Kopf. Sie sah betrübt aus. "Das habt ihr mir nie gesagt, nie." erklärte sie feierlich. (Seite 51)

Ähnlich wie Heather oder Molly, beschreiben die Autoren noch eine Reihe anderer Kinder dieser Altersgruppe, die annehmen, Adoption wäre das gleiche wie Geburt oder alle Kinder würden durch Adoption in ihre Familie kommen. Wieder andere Kinder nutzen ihre Fantasie, um die bisher nicht zur Gänze verstandenen "Leerstellen" zu füllen. Manche Details der Adoptionsgeschichte können dabei auch zur Quelle von Ängsten und Unsicherheiten werden. Susanna, heute 44, erinnert sich, dass ihr erzählt wurde, wie die Eltern in ein katholisches Waisenhaus kamen und durch die Reihen der Kinderkrippen gingen. Als sie zu Susanna kamen, hatte sie sich aufgestellt, sie angelacht und die Hände nach ihnen ausgestreckt. Heute erinnert sie sich, wie sie als Kind grübelte, was passiert wäre, wenn sie an diesem Tag unleidlich gewesen wäre, wenn sie volle Hosen gehabt oder sich einfach nicht danach gefühlt hätte, Fremde anzulachen? Hätten die Eltern dann das lächelnde Baby weiter unten in der Reihe genommen? (Seite 53)

Diese Missverständnisse und Verwirrungen können bei Adoptierten oft bis weit ins Erwachsenenalter nachhallen.

Die Adoptiv-Bindung (Seite 54)


In ihrer Beziehung zu den Eltern, ähneln Adoptierte in dieser Entwicklungsperiode weiterhin stark nicht adoptierten Kindern. Die eigenen Studien der Autoren bestätigen das. Adoptivmütter -gleichgültig ob gleicher oder anderer ethnischer Herkunft - reagieren ebenso auf ihre Kleinkinder wie leibliche Mütter, sind ebenso sensibel ihren Bedürfnissen gegenüber und so kooperativ in ihrer Art zu spielen.

Spezialfall: Spätere Adoptionen (Seite 55)


Wenn ein Kind nicht als Baby sondern während der Vorschuljahre adoptiert wird, liegen andere Voraussetzungen vor und es kann zu einer Reihe von Problemen beim Aufbau einer Eltern-Kind-Bindung kommen. Das mag vor allem bei Kindern zutreffen, die im Ausland geboren sind und von denen ein nicht unerheblicher Prozentsatz erst während der Kleinkind- und Vorschuljahre adoptiert wird.

Anders als ein Baby verfügt ein junges Kind über Erinnerungen, die auch wichtige Beziehungen aus der Vergangenheit betreffen. Um diese wird es voraussichtlich trauern. Hinzu kommt, dass das Kind gerade dabei war, sich einen Wortschatz in seiner Muttersprache zu erwerben, und sich nun in einer neuen Heimat wieder findet, deren Sprache es nicht versteht.

"Junge, hab ich ihnen Stoff gegeben" erzählt Brodzinskys Patient Alfonso, nun 10 Jahre alt, wenn er sich an die ersten zwei Jahre in seiner Adoptivfamilie erinnert. Seine Eltern erinnern sich an die Zeit zwischen vier und sechs Jahren als einzigen großen Wutanfall - eine quälende Folge von Situationen, die erst endete als Alfonso in die erste Klasse kam und einen innigen besten Freund fand. Alfonso hatte mit seiner Mutter, einem indianischen Dienstmädchen in Honduras gelebt, bis er zwei Jahre alt war. Die Mutter verlor die Arbeit und gab ihn in ein katholisches Waisenhaus, wo er eineinhalb Jahre lebte, ehe er adoptiert wurde. Als die Nonnen dem dreieinhalbjährigen Alfonso erklärten, dass er adoptiert würde, dachte er, es bedeutet, dass er zu seiner Mutter zurück kann. Stattdessen landete er im Haus eines amerikanischen Paares, das er nicht kannte. "Ich war auch auf sie böse", erinnert sich Alfonso. "Ich denke, ich wollte kein Englisch lernen, weil ich sah, wie sehr sie es sich wünschten." (Seite 56)

Das Entstehen der Hautfarben-Wahrnehmung (Seite 58)


Eine weitere wichtige Unterscheidung entdecken Kinder den Autoren zufolge in der Vorschulzeit. In diesem Alter werden Kindern die unterschiedlichen Hautfarben bewusst. Beim Beobachten ihrer Umgebung bemerken sie, dass manche Menschen eine hellere und andere eine dunklere Haut haben, dass es Menschen mit geraden und lockigem Haar und andere mit einer runden oder schmalen Augenform gibt. "Ich bin wie Mama" sagt die vierjährige Karen. "Ich habe lange gerade Haare. Ich bin nicht wie Papa, weil er Locken hat."

Körperliche Merkmale helfen Kindern, sich selbst gegenüber anderen abzugrenzen bzw. Verbindungen zu schaffen. In den meisten Familien wird eine körperliche Ähnlichkeit vorausgesetzt. Eltern und Kinder haben in der Regel dieselbe Hautfarbe, dieselbe Haarbeschaffenheit, Augenform et cetera Wenn diese körperlichen Ähnlichkeiten fehlen, kann das Kinder verwirren. Adoptierte Kinder - vor allem wenn sie eine andere Hautfarbe als ihre Eltern haben - fühlen sich oft wegen ihres Aussehens anders als der Rest der Familie. Während der Vorschuljahre beginnen Kinder ein Bewusstsein dafür zu entwickeln und darauf zu reagieren.

Toni, ein vierjähriges kurz nach der Geburt adoptiertes, kluges, extrovertiertes, attraktives schwarzes Mädchen begann plötzlich, Fragen über ihr Äußeres zu stellen: "Sie wollte wissen, ob sie auch weiße Haut und gerades Haar haben würde, wenn sie erwachsen ist", sagte ihre Mutter "Sie wollte wissen, ob sie ihre Haut in derselben Farbe wie ich angemalt bekommen könnte." Kurz nach diesen Fragen engagierte die Familie eine schwarze Haushälterin, die Toni sofort nicht mochte. Sie trat sogar ein paar Mal nach der Haushälterin und nannte sie "hässlich" und "dumm". In der Therapie ging das Mädchen zum dortigen Puppenhaus und entfernte sofort alle schwarzen Puppen. "Die sind blöd, die wohnen da nicht. Nur die (weißen Puppen) wohnen da." (Seite 59)

Tonis Geschichte macht deutlich, dass Adoptionen zwischen den Hautfarben in der Regel einen verkomplizierenden Faktor darstellen.

Wenn Adoptiveltern aus der beginnenden Unterscheidung der Hautfarben schließen, dass ihre Vorschulkinder Adoption nun vollständig verstanden hätten, werden sie jedoch vermutlich erneut eines Besseren belehrt werden. Ein Vorschulkind kann zwar erkennen, dass Mama weiß ist und es selbst schwarz. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich erklären kann, wie dieser Unterschied entstanden ist, oder was es bedeutet, noch eine andere Mama zu haben, die ebenfalls schwarz ist.



Being Adopted. The lifelong Search for Self.
David M. Brodzinsky, Ph.D.
Marshall D. Schechter, M.D.,
Robin Marantz Henig
Anchor Books, Random House, New York, 1993
214 Seiten, Paperback

 

Lesen Sie Teil 1 der Zusammenfassung unter:
http://dev.adoptionsberatung.at/themen/adoptierte/251-wieadoptierteihreadoptionerleben.html

Lesen Sie Teil 2 der Zusammenfassung unter:
http://dev.adoptionsberatung.at/themen/adoptierte/80-wiebabysihreadoptionerleben.html

Lesen Sie Teil 4 der Zusammenfassung unter:
http://dev.adoptionsberatung.at/themen/adoptierte/262-wieschulkinderihreadoptionerleben.html

Lesen Sie Teil 5 der Zusammenfassung unter:
http://dev.adoptionsberatung.at/themen/adoptierte/8-wiejugendlicheihreadoptionerleben.html