Russland

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Inhaltsverzeichnis

Grundinformationen

Die russische Föderation hat das Haager Adoptionsübereinkommen unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert.

In der Steiermark können Adoptionsanträge ausschließlich über die zentrale Adoptionsbehörde der Landesregierung gestellt werden.

Quellen:

http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:russie

http://www.canadainternational.gc.ca/russia-russie/visas/6-1.aspx?lang=fra&view=d

http://adoption.state.gov/country_information/country_specific_info.php?country-select=russia

http://www.adoptinrussia.ru/

Aktuelles

Es gibt sehr wenige Regionen, die eine Adoption ohne Vermittlungsstelle durchführen. Da es in Österreich keine Vermittlungsstelle gibt die in der Russischen Föderation vermittelt, ist eine Adoption aus Österreich in einigen russischen Regionen nicht möglich.

In der Praxis braucht man - bevor man sich in einem regionalen Adoptionszentrum bewirbt - einen sogenannten Facilitator in dieser bestimmten Region. Der Facilitator ist bevollmächtigt, die Adoptivwerber bei allen Adoptionsschritten zu vertreten (Gericht, Ministerium, Waisenhaus, Gemeindeamt u.a.).

Entscheidend ist, hier einen zuverlässigen und seriösen Facilitator zu finden.

Voraussetzungen für Adoptivwerber

Quellen:

http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:russie

http://adoption.state.gov/country_information/country_specific_info.php?country-select=russia

Adoption durch Ehepaare:

Alter der Adoptivwerber

Frau: 50 Jahre

Mann: Keine Begrenzung

Vorgeschriebene Ehedauer Mindestens ein Jahr
Altersunterschied Eltern/Kind Keine Begrenzung für verheiratete Paare

Adoption durch Einzelpersonen:.

Ja, durch Frauen. Die Adoption durch männliche Adoptivwerber ist nicht möglich.

Im Falle eines Singleadoption soll der Altersunterschied Mutter/Kind mindestens 16 Jahre betragen.

Vorhandene Kinder:

Kein Hindernis

Weiteres:

Adoption ausschließlich mit Vermittlungsstelle möglich Nein
Werden im Ausland lebende Staatsbürger/innen des Herkunftslandes bevorzugt? Nein

Das russische Gesetzt schreibt vor, dass gemischte Paare (russisch/österreichisch) deren Lebensmittelpunkt Österreich ist, eine österreichische Pflegestellenbewilligung haben müssen (Art. 165 Familiengesetzbuch).

Finanzielle Voraussetzungen Mindesteinkommen von 40.000 € brutto/Jahr und ein Haus oder eine Wohnung besitzen.
Andere Voraussetzungen Die Adoptionswerber müssen gesund sein. Eine Krebserkrankung in der Vergangenheit stellt ein Ausschlusskriterium dar.

Voraussetzungen für Kinder

Ein Kind muss gemäß russischer Gesetzgebung einen Monat lang in der lokalen Datenbank, einen Monat lang in der regionalen Datenbank, und sechs Monate in der Datenbank der Russischen Föderation registriert sein, bevor es ins Ausland vermittelt werden kann.

Adoptionsprozess

Quellen:

http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:russie

http://www.adoptinrussia.ru/

http://moscow.usembassy.gov/root/pdfs/regional-adoption-authorities-list.pdf

In Russland werden die Adoptionen durch die Regionen verwaltet und dies relativ unabhängig. Deshalb kann der Adoptionsprozess von einer Region zur anderen variieren, besonders bezüglich der Liste der benötigten Dokumente. Die untenstehende Auflistung beinhaltet die am häufigsten benötigten Dokumente.

Die Adressen der 89 Adoptionszentren kann man beim russischen Erziehungsministerium erhalten.

Wie schon oben angeführt, ist es empfehlenswert sich durch einen sogenannten “Facilitator“ bei dem Adoptionsprozess begleiten zu lassen. Seine Aufgabe ist es, die Adoptivwerber bei den russischen Behörden zu vertreten. Man benötigt ebenso die Dienste eines in der betroffenen Region anerkannten Übersetzers.

Der Facilitator der Adoptivwerber nimmt Kontakt mit dem regionalen Adoptionszentrum (in der Regel wird es "Erziehungskomitee oder -abteilung" genannt) und weist die Adoptivwerber an, welche Dokumente genau benötigt werden. Die Adoptivwerber müssen dann 2 Dossiers vorbereiten, ein Dossier für das Bildungsministerium, ein weiteres für den Richter.

Es gibt drei bis vier Reisen im Zuge des Adoptionsprozesses.

  • Erste Reise: Abgabe der ersten Teil des Dossiers beim Bildungsministerium der Region, um einen Kindervorschlag zu bekommen. In manchen Regionen erlaubt das Bildungsministerium dem Facilitator das Dossier im Namen der Adoptivwerber abzugeben. In diesem Fall entfällt die erste Reise.
  • Zweite Reise: Kennenlernen des Kindes
  • Dritte Reise: die Adoptionsgerichtsverhandlung
  • Vierte Reise: Abholung des Kindes

Erste Reise: Abgabe des Dossiers

Die Adoptivwerber müssen ihr Dossier persönlich bei dem regionalen Adoptionszentrum, das ihre Kandidatur akzeptiert hat, abgeben. Bei der Abgabe des Dossiers wird die Bewerbung der Adoptivwerber registriert. Bei dieser ersten Reise kann das Adoptionszentrum den Adoptivwerbern die Möglichkeit geben, ein Kind zu treffen. Das passiert jedoch sehr selten.

In dem Fall, dass die Adoptivwerber ein Kind treffen können und dieses Kind adoptieren möchten, wird die zweite Phase eingeleitet. Sollten die Adoptivwerber kein Kind treffen können, oder das Kind ablehnen, müssen die Adoptivwerber warten, bis sie eine Einladung erhalten, um ein Kind zu treffen.

In der Regel dauert der Aufenthalt für die Abgabe des Dossiers ca. 2 Tage.

Zweite Reise: ein Kind kennen lernen

Die Adoptivwerber müssen ca. 4 Tage zum Kennenlernen des Kindes einplanen. Sie müssen auch zum österreichischen Konsulat gehen um ein Dokument zu erhalten, das besagt, dass das Kind nach erfolgter Adoption (nach russischem Recht) nach Österreich einreisen darf.

Dritte Reise: Adoptionsgerichtsverhandlung

Nach der Annahme des Kindervorschlages muss der zweite Teil des Dossiers für die russische Adoptionsgerichtsverhandlung zusammengestellt werden. Wenn das Dossier vollständig ist und den Ansprüchen des Richters entspricht, kann die Gerichtsverhandlung stattfinden.

Es wird in der Regel verlangt, dass die Adoptivwerber etwa eine Woche vor der Gerichtsverhandlung anreisen um das Kind nochmals zu treffen. Dies hängt jedoch von den besonderen Anforderungen der Region ab.

Nach dem Gerichtsentscheid wird die Adoption beschlossen. Eine Berufungsfrist von 30 Tagen muss eingehalten werden (seit Anfang 2012). Die Eltern fahren in der Regel zwischenzeitlich nach Hause und reisen dann wieder nach Ende der Berufungsfrist in die Region, um das Kind abzuholen.

Vierte Reise: die Rückkehr mit dem Kind

Für diese Reise sollen die Adoptiveltern zwischen 5 und 15 Tage einplanen.

Die Adoptiveltern holen das Kind im Waisenhaus oder bei der Pflegefamilie ab. Sie erhalten von ihrem Facilitator alle Dokumente bezüglich des Gerichtsentscheids.

Dann müssen die Eltern für das Kind in der Region in der das Kind adoptiert wurde einen Pass beantragen. In manchen Regionen dauert dies 72 Stunden, in anderen mehrere Tage.

Nachher müssen die Eltern beim österreichischen Konsulat in Moskau ein Visum D beantragen. Das Visum wird in der Regel innerhalb von 48 Stunden ausgestellt.

Dossier: Dokumentenliste und Beglaubigung

Dokumente für die Abgabe des Dossiers (1. Reise)

Die Adoptivwerber müssen einen Lichtbildausweis vorlegen, außerdem:

  • a) einen Motivationsbrief, der angibt dass die Adoptivwerber ein Kind adoptieren möchten und um Zugang zur nationalen Datenbank bitten
  • b) ausgefüllte Fragebögen (vom Facilitator)
  • c) Eine Erklärung, dass das adoptierte Kind bei dem entsprechenden Konsulat der Russischen Föderation immatrikuliert wird.
  • d) Eine Einverständniserklärung, dass die Lebens- und Erziehungsbedingungen des Adoptivkindes geprüft werden können.
  • e) Eine Kopie des Ausweises.
  • f) Eine Pflegestellenbewilligung inklusive Home Study (Angaben über Lebensbedingungen, Adoptionsfähigkeit, und Bilder der Familie).
  • g) Bestätigung der entsprechenden österreichischen Behörden, dass sie die Lebens- und Erziehungsbedingungen des Kindes in seiner Adoptivfamilie beobachten werden und die russischen Behörden darüber unterrichten werden.
  • h) Bestätigung der entsprechenden österreichischen Behörden, dass sie kontrollieren werden, ob das Kind bei dem entsprechenden Konsulat der Russischen Föderation immatrikuliert wurde.
  • i) Eine Kopie der Lizenz oder ähnlichem Dokument der österreichischen Behörden, bestätigend, dass sie die nötigen Kompetenzen haben, die Dokumente f) bis h) zu verfassen.

Die Dokumente a) bis d) sind ein Jahr ab Ausstellung gültig und die Dokumente f) bis i) sind ein Jahr gültig ab Aushändigung gültig.

Dokumente für die Gerichtsverhandlung (2. Reise)

  • 1) Strafregisterauszug
  • 2) Bescheinigung über die Vermögensverhältnisse (Immobilien, Ersparnisse, usw., manche Regionen möchten eine sehr detaillierte Liste haben).
  • 3) Ärztliche Zeugnisse die bescheinigen dass die Adoptivwerber gesund sind. Sind bereits Kinder in der Familie vorhanden, müssen auch für diese Kinder ärztliche Zeugnisse geliefert werden. Es wird empfohlen, bei dem russischen Adoptionszentrum zu fragen, welchen Angaben genau in diesen Zeugnisse gemacht werden müssen. Es müssen 7 Fachärzte (Krebs-, Lungenfacharzt, Psychiater, Neurologe, Hautarzt, Toxikologe, Infektionsarzt) befragt werden und die Ergebnisse von einem Hausarzt zusammengefasst werden. Die Unterschrift des Hausarztes muss vom Amtsarzt beglaubigt werden.
  • 4) Niederlassungsbewilligung
  • 5) Adoptionserlaubnis, ausgestellt durch das entsprechende Gericht in der ausgewählten Region.

Diese Dokumente müssen erneut gemacht werden:

  • c) Eine Erklärung, dass das adoptierte Kind bei dem entsprechenden Konsulat der Russischen Föderation immatrikuliert wird.
  • d) Eine Einverständniserklärung, dass die Lebens- und Erziehungsbedingungen des Adoptivkindes geprüft werden können.
  • e) Eine Kopie des Ausweises.
  • f) Eine Pflegestellenbewilligung inklusive Home Study beinhaltend Angaben über die Lebensbedingungen, Adoptionsfähigkeit, und Bilder der Familie.
  • g) Bestätigung der entsprechenden österreichischen Behörden, dass sie die Lebens- und Erziehungsbedingungen des Kindes in seiner Adoptivfamilie beobachten werden und die russischen Behörden darüber unterrichten werden.
  • h) Bestätigung der entsprechenden österreichischen Behörden, dass sie kontrollieren werden, ob das Kind bei dem entsprechenden Konsulat der Russischen Föderation immatrikuliert wurde.
  • i) Eine Kopie der Lizenz oder ähnliches Dokument von der österreichischen Behörden bestätigend, dass sie die nötigen Kompetenzen haben, die Dokumente f) bis h) zu verfassen.

Die Dokumente c) bis d) sind ein Jahr ab Ausstellung gültig und die Dokumente f) bis i) sind ein Jahr ab Aushändigung gültig.

Alle Dokumenten müssen mit Apostille beglaubigt werden.

Prozessdauer

Nach Abgabe des ersten Teils des Dossiers (Bildungministerium)

1 bis 2 Jahre

Kosten

Beglaubigungen der Dokumente in Österreich: ca. 3500 Euro

Homestudy: Kosten unbekannt.

Russische Behörden : 150 Euro für den Kinderreisepass

Professionelle Unterstützung vor Ort (Facilitator) inkl. Übersetzung der Dokumente und notarielle Beglaubigung der Übersetzungen: 11.000 – 20.000 Euro, abhängig von der Region.

3 bis 4 Reisen: Flüge + Aufenthalt mindestens 1500 Euro pro Person und pro Reise. (mindestens 10.000 Euro)

Insgesamt ist mit 35.000 und 40.000 Euro für das ganze Adoptionsverfahren zu rechnen.

Nach der Adoption

Die russischen Behörden verlangen mindestens 4 regelmäßige Berichte über die Entwicklung des Kindes (6 Monate, 1 Jahr, 2 Jahre, und 3 Jahre nach Ankunft des Kindes in der Familie).

Der Originalbericht und dessen beeidete Übersetzung müssen mit Apostille beglaubigt werden und dem Erziehungsministerium der Region des Kindes übermittelt werden.

Ansprechstellen

In der Russischen Föderation

Zentrale Adoptionsbehörde

Bildungs- und Wissenschaftsministerium

11 Tverskaya ulitsa

Moskau, Russland

Tel: +7 (495) 629-9811 oder 629-9316

Fax: +7 (495) 629-3503

http://www.adoptinrussia.ru/

Österreichisches Konsulat in Moskau

Bolschoj Lewschinskij per. 7

119034 Moskau

Tel.: (+7 495) 956 16 60

Fax: (+7 495) 637 42 68

Visabehörde in Moskau

Chisty Pereulok 11

119034 Moskau

Telefon: + 7 495 956-16-60

E-Mail: moskau-ka(at)bmeia.gv.at

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag

09.00 – 12.00 Uhr Antragsabgabe

12.00 – 13.00 Uhr Unterlagennachreichung

14.30 – 16.30 Uhr Passausgabe


In Österreich

Botschaft der russischen Föderation

Reisnerstrasse 45-47, A-1030, Wien

Tel.: 0043/1/712 12 29, 0043/1/713 86 22

Fax: 0043/1/712 33 88

E-Mail: info@rusemb.at

Internet: http://www.rusemb.at


Verein "Keine Herzen"

Tulbingerkogel 67,

3001 Mauerbach

Österreich (Austria)

Tel: +43 664 501 38 90

Fax: +43 2273 29357

E-Mail: office[at]kleineherzen.org

http://www.kleineherzen.org/

"kleine Herzen" ist keine Adoptionsbermittlungsstelle und dient der Unterstützung von Waisenkinder in Russland und die Ukraine. Die Obfrau, Frau Pascale Veyer hat viele Erfahreungen mit Adoptionen aus Russland und berät in Ausnahmefälle Paare die sich für eine Privatadoption interessieren.

Adoptionszahlen

Siehe : http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:russie

(Redaktion: alp)

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