Mali

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Inhaltsverzeichnis

Grundinformationen

Mali ist ein Mitgliedsstaat des Haager Adoptionsübereinkommens. Alle Adoptionsanträge müssen über die zentralen Adoptionsbehörden der jeweiligen Landesregierung übermittelt werden.

Aktuelles

Im Dezember 2011 hat die malische Nationalversammlung ein neues Personen- und Familienstandsgesetz verabschiedet, das nur malischen Staatsbürgern die Adoption von Kindern erlaubt. Internationale Adoptionen dürften damit bis auf weiteres nicht möglich sein (siehe http://www.diplomatie.gouv.fr/fr/adoption-internationale-2605/actualites-21551/les-breves/2012-21561/article/communique-mali-25-10-2012). Zunächst war nicht ganz klar, ob das Gesetz tatsächlich in Kraft getreten ist (siehe http://adoption.state.gov/country_information/country_specific_alerts_notices.php?alert_notice_type=notices&alert_notice_file=mali_1), in jedem Fall gab es beträchtliche Verzögerungen bei den wenigen Adoptionen, die 2012 stattgefunden haben. Seit Dezember 2012 dürfte das Gesetz jedoch umgesetzt werden (siehe http://www.diplomatie.gouv.fr/fr/enjeux-internationaux/adoption-internationale-2605/comment-adopter-a-l-etranger/les-fiches-pays/fiches-pays-adoption/article/mali). Allerdings ist Mali weiterhin ein Mitgliedsstaat des Haager Adoptionsübereinkommens. Außerdem gibt es in Mali Bemühungen, den entsprechenden Passus zu ändern um Adoptionen für Nicht-Malier wieder möglich zu machen.

Zudem beendete im März 2012 ein Militärputsch die lange Phase politischer Stabilität. Die Krisensituation unmittelbar nach dem Putsch nutzten nach Autonomie strebende Tuareg-Gruppen, die sich mit islamistischen Einheiten verbündeten, zur Besetzung von gut zwei Dritteln der Staatsfläche. Bald gewannen die Islamisten die Oberhand, die in den besetzten Gebieten eine extreme Form der Scharia einführten. Als die Islamisten im Jänner 2013 versuchten, ihr Einflussgebiet noch weiter auszudehnen, reagierte Frankreich auf den Hilferuf der malischen Regierung und entsandte Truppen, die die Islamisten aus den Städten vertreiben konnten. Der Krieg im Norden dürfte damit aber nicht beendet sein, da die Djihadisten sich auf eine Guerillataktik verlegen könnten. Die Situation ist also in vieler Hinsicht ungewiss, sodass von neuen Bewerbungen um eine Adoption abgeraten werden muss.

Voraussetzungen für Adoptivwerber

Adoption durch Ehepaare

Alter der Adoptivwerber Ein Ehepartner muss zumindest 30 Jahre alt sein. Voraussetzung ist ein Sterilitätsnachweis.
Vorgeschriebene Ehedauer Keine Information
Altersunterschied Eltern-Kind Keine Information

Adoption durch Einzelpersonen

Kinder werden in der Regel an verheiratete Paare vermittelt. Eine unverheiratete Frau (auch geschieden oder verwitwet) kann ein Kind aus Mali adoptieren, wenn sie zumindest 30 Jahre alt ist und nachweisen kann, dass ihre finanziellen Mittel ausreichen, um ein Kind großzuziehen. Unverheiratete Männer dürfen nicht aus Mali adoptieren.

Vorhandene Kinder

Adoptivwerber dürfen keine (leiblichen oder adoptierten) Kinder haben, um eine Volladoption in Mali durchzuführen.

Weiteres

Adoption ausschließlich mit Vermittlungsstelle möglich keine Information
Werden im Ausland lebende Staatsbürger/innen des Herkunftslandes bevorzugt? Die Behörden in Mali vermitteln Kinder bis auf weiteres nur an malische Staatsbürger.
Finanzielle Voraussetzungen keine Information
Andere Voraussetzungen Familien werden bevorzugt, die gerade in Mali leben oder einmal dort gelebt haben.

Voraussetzungen für Kinder

Eine "Volladoption" ("adoption filiation") ist nur möglich wenn das Kind verlassen wurde, das heißt die leiblichen Eltern sind entweder unbekannt oder verstorben und es gibt keinen anderen Elternteil, der für das Kind sorgen kann. Eine "Volladoption" ist nur für Kinder unter 5 Jahren möglich.

In der Regel sind die vermittelbaren Kinder Babys, bei der Geburt verlassen wurden. Es folgt eine zumindest Untersuchung, die bestätigt, dass die leiblichen Eltern nicht aufgefunden werden konnten. Kindervorschläge kommen in der Praxis für unter einem Jahr. Da die vermittelten Kinder in der Regel bei der Geburt verlassen werden, gibt es kaum vermittelbare Geschwister. Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen gibt es ein spezielles Verfahren.

Adoptionsprozess

Es gibt zwei Arten von Adoptionen in Mali:

1. "Einfache Adoption": die Adoptivwerber erhalten die Vormundschaft für das Kind und verpflichten sich, für das Kind Nahrung,Unterkunft, Ausbildung und medizinische Versorgung bereit zu stellen. Im Interesse des Kindes kann eine "einfache Adoption" jederzeit von den Vormündern, der zuständigen Behörde in Mali oder den leiblichen Elternaufgehoben werden. Unter bestimmten Umständen können Kinder mit dieser Adoptionsform ausreisen und die Adoption im Aufnahmestaat abschließen. Zukünftige Adoptiveltern müssen dazu eine Bescheinigung von der "Direction de la Enfant et de la Famille" einholen, die bestätigt, dass die "einfache Adoption" rechtmäßig ausgesprochen wurde, um die Ausreise des Kindes und seine Adoption sicher zu stellen.

Quelle: http://adoption.state.gov/country_information/country_specific_info.php?country-select=mali

2. "Volladoption": alle elterlichen Rechte werden auf die Adoptiveltern übertragen. Ein malisches Kindmit "Volladoption" wird zum vollen Erben mit den gleichen Rechten wie ein leibliches Kind. Kinder unter fünf Jahren, deren Eltern entweder verstorben oder unbekannt sind, können auf diese Art adoptiert werden.

Quelle:http://adoption.state.gov/country_information/country_specific_info.php?country-select=mali

Für Adoptionen ist in Mali folgendes Ministerium zuständig: Ministère de la Promotion de la Femme, de l'Enfant et de la Famille (MPFEF). Das dort verantwortliche Adoptionsbüro ist die "Direction Nationale de l'Enfant et dela Famille".

Mali ist ein Mitgliedsstaat des Haager Adoptionsübereinkommens. Von den zuständigen österreichischen Behördenüberprüfte und zugelassene Adoptivwerber können ihren Adoptionsantrag über die zentrale Behörde der jeweiligen Landesregierung in Mali einbringen. Dazu sammeln die Adoptivwerber alle notwendigen Dokumente inklusive einer Bewerbung und einer schriftlichen Erklärung zu ihrem Kinderwunsch. Das Dossier wird von der österreichischenZentralbehörde an das "Ministère de la Promotion de la Femme, de l'Enfant et de la Famille" übermittelt.

Die MPFEF - Direction Nationale benachrichtigt die potenziellen Adoptiveltern über den Status ihrer Bewerbung, das heißt, ob diese angenommen wurde oder nicht. Diese offizielle Annahme passiert vor einer Kommission. Lange Wartezeit sind üblich, bevor die Adoptivwerber vor den Adoptionsausschuss kommen, aber nach der Zulassung wird rasch (innerhalb von wenigen Monaten) nach einem Kind gesucht. (z.B. Treffen der Kommission am 25.09.2009 - 152 Dossiers werden behalten - 35 Dossiers werden am 15.10. hinzugefügt).

In der Regel gibt es eine Kommission pro Jahr, die sich wieder trifft, wenn die Dossiers der letzten Sitzung abgearbeitet worden sind. Die Zentralbehörde hält sich nicht an das chronologische Eintreffen der Dossiers, sondern entscheidet nach eigenen Kriterien.

Wird ein Antrag angenommen (derzeit mehrjährige Wartezeit!!!), macht die Direction Nationale den Adoptivwerbern einenKindervorschlag, der an die zuständige Zentralbehörde in Österreich geschickt wird. Der Kindervorschlag enthält den Vor- und Nachnamen des Kindes, das Geburtsdatum und den Geburtsort sowie das Geschlecht des Kindes. Einmedizinischer Bericht sowie ein Sozialbericht für das Kind werden etwas später übermittelt (nach der Zustimmung zum Kind). Danach ist es möglich, das Kinderheim zu kontaktieren, um nähere Informationen über das Kind zu bekommen.

Der Zeitraum zwischen Annahme des Dossiers und Kindervorschlag variiert je nach Anzahl der adoptierbaren Kinder und nach Anzahl der ausgewählten Werber. Die Direction Nationale hält sich nicht immer an die im Dossier geäußerten Wünsche der Adoptivwerber betreffend Geschlecht und Alter des Kindes. Antragsteller können den Kindervorschlag annehmen (dann muss ehestmöglich eine Zusage von der österreichischen Zentralbehörde an die Direction Nationale übermittelt werden) oder ablehnen. Wenn sie ablehnen und weiterhin ein Kind aus Mali adoptieren wollen, müssen sie allerdings einen neuen Antrag stellen und das Prozedere von vorne beginnen.

Nach der Übermittlung der Zustimmung durch die zentrale Behörde , das von der Direction Nationale vorgeschlagene Kind zu adoptieren, akzeptieren beide Zentralbehörden, dass es im besten Interesse des Kindes ist,die Adoption fortzuführen. Zu diesem Zweck schickt die Direction Nationale eine "Vereinbarung zur Fortsetzungdes Verfahrens" an die österreichische Zentralbehörde, welches besagt, dass das vorgeschlagene Kind rechtlich adoptierbar ist und dass die Adoptivwerber den Kindervorschlag angenommen haben. Im Gegenzug übermittelt dieösterreichische Zentralbehörde nach Mali eine "Vereinbarung zur Fortsetzung des Verfahrens" die besagt, dassdie Zustimmung der Adoptivwerber nach wie vor aufrecht ist und das auch vor Gericht sein wird.

Erst dann kann der Fall zu Gericht gehen. Er wird der Fall von den Adoptiveltern gemeinsam mit einem Repräsentanten der Direction Nationale bei Gericht, dem 'Tribunal de la Première Instance' in Commune 5 in Bamako, eingebracht.

Nur das Gericht in Commune 5 ist befugt, Volladoptionen auszusprechen. Es gibt eine 15-tägige Wartezeit auf die Gerichtsentscheidung, falls noch jemand einen Einspruch einlegt. Die Gerichtsgebühren betragen 10,000 West African Francs. Den Adoptivwerbern wird unbedingt angeraten, sich für das gerichtliche Verfahren von einem Anwalt vertreten zu lassen.

Die Adoptivwerber reisen nach Mali, um ihr Kind abzuholen. Der durchschnittliche Aufenthalt dauert 7-10 Tage. Für die Einreise nach Österreich wird ein Visum benötigt. Es wird dringend geraten, sich rechtzeitig mit der zuständigen Botschaft in Verbindung zu setzen.

Quelle: http://www.agence-adoption.fr/home/spip.php?article166&bloc=4

Dossier: Dokumentenliste und Beglaubigung

  • Formloser Antrag auf Adoption an das Ministère de la Promotion de la Femme et de l’Enfant
  • Formloser Antrag auf Adoption an den Président du Tribunal de Première Instance* Geburtsurkunde/der Adoptivwerber/in
  • Heiratsurkunde
  • Strafregisterauszug
  • Sozialbericht der zuständigen Behörde (wenn die Adoptivwerber in Mali leben, wird derSozialbericht von der "Direction Nationale du Developpement Social" in Bamako erstellt)
  • Provesorische Pflegestellenbewilligung
  • Medizinisches Attest, das eine gute körperliche und psychische Gesundheit bescheinigt* Wohnsitznachweis(für Personen, die in Mali leben)
  • Pass oder Staatsbürgerschaftsnachweis (zum Nachweis der Nationalität
  • Jahreslohnzettel(oder entsprechender Nachweis durch den Steuerberater)
  • Nachweis über Arbeitsverhältnis und Einkommen durch den Arbeitgeber
  • Besitznachweis(z.B. Wohnung, Haus)
  • Beglaubigte Erklärung, dass ein Elternteil oder Freund im Fall des Ablebens der Adoptiveltern die Vormundschaft für das Kind übernehmen wird
  • Zustimmungserklärung, jährlich Post Placements an das MPFEF zu schicken
  • vier Referenzschreiben * Bescheinigung über Sterilität/Unfruchtbarkeit durch eine/n Gynäkologen/in (!) oder den/die Hausarzt/ärztin
  • Psychologische Stellungnahme
  • Fotos der Adoptivwerber inklusive Wohnverhältnisse

Alle Dokumente müssen beglaubigt und überbeglaubigt werden.

Prozessdauer

siehe Aktuelles.

Kosten

Die Gebühr für die Ausstellung des Adoptionsbescheides beträgt 10.000 westafrikanische Francs (das sind ca. 25 US$).

Die wichtigsten Kostenstellen sind:

  • Anwaltskosten: € 2.000,-- - € 2.500,--(Angaben von französischen Familien, 2010)
  • Offene Spende an das Kinderheim (es wird empfohlen, die Aufenthaltskosten des Kindes im Heim durch eine Spende abzudecken. Die realen Kosten für den Unterhalt des Kindes liegen bei ca. € 80,-- bis € 90,-- pro Monat)
  • Reisekosten je nach Fluggesellschaft und Jahreszeit zwischen € 800,-- und € 1.300,--. Im Schnitt dauert die Reise nach Mali zehn Tage, ev. ist wegen der Formalitäten mit der österreichischen Botschaft in Dakar jedoch ein Umweg über den Senegal notwendig und der Aufenthalt in Bamako kann verkürzt werden.
  • Kosten für die Unterkunft, abhängig vom Standard zwischen € 300,-- und € 500,--.

Andere Kosten:

  • Beglaubigung und Versand der Dokumnte
  • Visum für die Adoptiveltern
  • Pass für das Kind
  • Medizinische Kosten (Untersuchung des Kindes)

Quelle: http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:mali

Nach der Adoption

Bereits im Dossier wird die Zustimmungserklärung übermittelt, einen jährlichen Post Placement Report an MPFEF nach Mali zu übermitteln. Post Placements werden bis zum 18. Geburtstag des Kindes übermittelt.

Dies ist unbedingt erforderlich, um weitere Adoptionen aus Mali nicht zu gefährden.

Ansprechstellen

Adoptionsbehörde in Mali

Direction Nationale de l'Enfant et de la Famille Ministère de la Promotion de la Femme, de l'Enfant et dela Famille

B.P. 2688, Bamako, Mali

Email: mpfef@cefib.com

Das Österreichisches Honorarkonsulat in Bamako gibt es nicht mehr


Österreichische Botschaft im Senegal mit Zuständigkeitsbereich Mali

18, rue Emile Zola, DakarPostanschrift: B.P. 3247, Dakar

Telefon: (+221) 33 849 40 00 (Amt)

Telefax (+221) 33 849 43 70

E-Mail: dakar-ob@bmeia.gv.at

Amtsbereich: Senegal, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Mali, Burkina Faso, Côte d'Ivoire, Liberia, Sierra Leone

Botschaft der Republik Mali mit Zuständigkeitsbereich Österreich

Kurfürstendamm 72, 10709 Berlin

Tel: (+49 / 30) 31 99 88 - 3

Fax: (+49 / 30) 31 99 88 48

E-Mail: ambmali@01019freenet.de

Internet: www.ambassade-repmali-berlin.de

Honorarkonsulat von Mali

Lenaugasse 19, 1080 Wien

Tel: (+ 43 / 1) 402 68 61 - 0Fax: (+ 43 / 1) 402 68 61 - 30

E-Mail: info@konsulatmali.at

Amtsbereich: Republik Österreich

Herr Univ. Prof. Dr. Heinrich STEMBERGER

Adoptionszahlen

siehe: http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:mali

Informationen des österreichischen Außenministeriums:

http://www.bmeia.gv.at/aussenministerium/buergerservice/reiseinformation/a-z-laender/mali-de.html

Informationen der französischen Zentralbehörde:

http://www.agence-adoption.fr/home/spip.php?article166

(Redaktion: GÖ_je)

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