Elfenbeinküste

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Grundinformationen

Die Elfenbeinküste ist kein Mitgliedsstaat des Haager Adoptionsübereinkommens. Adoptionsanträge müssen ausschließlich in der Steiermark über die zentrale Adoptionsbehörde der Landesregierung übermittelt werden.

Quelle:

http://adoption.state.gov/country_information/country_specific_info.php?country-select=cote_divoire

http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:cote_d_ivoire

Aktuelles

Seit Ende Juli 2011 werden wieder Matching-Kommissionen abgehalten. Die erste Kommission fand Ende Juli statt, es folgten Kommissionen im Oktober und im Dezember 2011. Inzwischen ist das Ministerium für Arbeit, soziale Angelegenheiten und Solidarität MEMEASS (Ministère d’Etat, Ministère de l’Emploi, des Affaires sociales et de la Solidarité) für Auslandsadoptionen zuständig und nicht mehr das MIFAS Quelle: http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:cote_d_ivoire.


Derzeit sind der Redaktion von www.adoptionsberatung.at keine aktuellen Adoptionen aus der Elfenbeinküste durch österreichische Adoptivwerber/innen bekannt. Wenn Sie weiterführende Informationen haben, bitte wenden Sie sich an die Redaktion!

Voraussetzungen für Adoptivwerber

Adoption durch Ehepaare:

Alter der Adoptivwerber Ein Adoptivwerber muss älter als 30 Jahre sein.
Vorgeschriebene Ehedauer Mindestens 5 Jahre.
Altersunterschied Eltern/Kind Mindestens 15 Jahre.


Adoption durch Einzelpersonen:Möglich nur durch Frauen.

Alter der Adoptivwerber Ein Adoptivwerber muss älter als 30 Jahre sein.
Altersunterschied Eltern/Kind Mindestens 15 Jahre.


Vorhandene Kinder:Familien ohne Kinder werden bevorzugt behandelt.


Weiteres:

Adoption ausschließlich mit Vermittlungsstelle möglich Nicht bekannt.
Werden im Ausland lebende Staatsbürger/innen des Herkunftslandes Bevorzugt? Nicht bekannt.
Finanzielle Voraussetzungen Nicht bekannt.
Andere Voraussetzungen

Voraussetzungen für Kinder

Kinder sind in der Regel zwischen 0 und 5 Jahre alt.


Kinder können unter folgenden Bedingungen zur Adoption freigegeben werden:

  • Die Kinder können als abgegeben deklariert werden
  • Die leiblichen Eltern haben der Adoption zugestimmt.


Quelle: http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:cote_d_ivoire

Adoptionsprozess

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Adoption eines Kindes nach Zustimmung der leiblichen Eltern

Das Gesetz Nr. 64-378 vom 7. Oktober 1964 und ergänzt durch das Gesetz Nr. 83-802 vom 2. August 1983 bezüglich der Adoption erlaubt die Adoption eines minderjährigen Kindes nach Zustimmung der leiblichen Eltern. Der Artikel 7 dieses Gesetzes besagt, dass wenn das Kind noch Vater und Mutter hat, beide der Adoption zustimmen müssen. Sollte ein Elternteil (Vater oder Mutter) verstorben oder nicht in der Lage sein, seinen Willen zu verkünden, reicht es, wenn der andere Elternteil seine Zustimmung gibt. Sollten beide Elternteil verstorben sein oder nicht in der Lage sein, ihren Willen zu verkünden, entscheidet das Tribunal nach einer Untersuchung, in der der Kindesvormund und die zuständigen Behörden angehört werden.


2) Adoption eines abgegebenen Kindes, das sich in einer staatlichen Einrichtung genannt „Pouponnières“ (Kindergarten) befindet.

Es gibt vier Pouponnières an der Elfenbeinküste:

  • La Pouponnière Marie Thérèse Houphouët Boigny à Adjamé (Abidjan)
  • La Pouponnière de Yopougon (Abidjan)
  • La Pouponnière de Dabou
  • La Pouponnière de Bouaké.


Es gibt zwei verschiedene Adoptionsarten an der Elfenbeinküste:

1) „Einfache Adoption“

Diese wird durch einen Friedensrichter oder einen Notar ausgesprochen und durch ein Zivilgericht anerkannt.

Rechtliche Konsequenzen:

  • Aufrechterhaltung des Abstammungsverhältnisses zwischen Kind und biologischer Familie.
  • Schaffung eines Abstammungsverhältnisses zwischen Kind und Adoptivfamilie.

Dieser Entscheid kann wegen schwerwiegender Gründe widerrufen werden.

2) Adoptionslegitimierung („légitimation adoptive“) bzw. Volladoption Es handelt sich um eine gerichtliche Entscheidung.

Diese Adoptionsform ist lediglich möglich für Kinder, die jünger als 5 Jahre sind, für Waisenkinder, abgegebene Kinder oder Findelkinder.

Rechtliche Konsequenzen:

  • Trennung des Abstammungsverhältnisses zwischen Kind und biologischer Familie.
  • Schaffung eines Abstammungsverhältnisses zwischen Kind und Adoptivfamilie.
  • Dieser Entscheid ist unwiderruflich.


Ablauf:

Die Adoptivwerber übermitteln ein Dossier zur Aufnahme ihrer Bewerbung an die „Direktion des Sozialen Schutzes“ des „Ministeriums für Familie, Frauen und soziale Angelegenheiten“ (la Direction de la Protection Sociale Dépendant du Ministère de la Famille, de la Femme et des Affaires Sociales).

Das Ministerium für Familie, Frauen und soziale Angelegenheiten hat eine Adoptionskommission ernannt. Dieses „Komitee für Familienvermittlung“ (Comité de Placement Familial“ oder CPF) tagt 4-mal pro Jahr im März, Juni, September und Dezember.

Ab Abgabedatum des Dossiers ist der Adoptionsantrag 2 Jahre gültig. Das heißt, dass das Dossier vor 8 Kommissionen vorgestellt/vorgetragen wird. Sollte es innerhalb dieser 8 Kommissionen nicht zu einem Matching kommen, müssen die Adoptivwerber ein neues Dossier zusammenstellen, welches erneut vorgestellt wird.

Die Adoptivwerber werden nur im Falle eines Matchings in der Regel telefonisch informiert. Es wird deshalb empfohlen regelmäßig anzurufen und zu fragen, wann die Kommission wieder tagt und sich nach dem Stand des Dossiers zu erkundigen.

Nach dem Matching stellt das Komitee für Familienvermittlung (Comité de Placement Familial - CPF) den Adoptivwerbern eine „Erlaubnis zum Verlassen des Kinderheims zum Zweck einer medizinischen Untersuchung“ (autorisation de sortie de la pouponniere pour les examens médicaux) aus. Die Kosten für diese obligatorischen medizinischen Untersuchungen betragen 200.000 Francs CFA (ca. € 306,00) und müssen dem Kinderheim direkt bezahlt werden.

Nach Erhalt der Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen müssen die Adoptivwerber schriftlich und durch ihren Anwalt der Adoption zustimmen. Dann wird den Adoptivwerbern eine Besuchserlaubnis ausgehändigt.

Nach dieser schriftlichen Bestätigung können die Adoptivwerber das Kind zu sich nehmen, wenn sie sich an der Elfenbeinküste aufhalten oder dort leben. Allerdings dürfen sie mit dem Kind bis zum Abschluss des gesetzlichen Adoptionsprozesses und Erhalt eines Visums die Elfenbeinküste nicht verlassen.

Leben die Adoptivwerber im Ausland leben müssen sie schriftlich ersuchen, dass das Kind bis Ende des Adoptionsprozesses im Kinderheim bleibt. Dafür müssen sie einen monatlichen Beitrag von mindestens 100 € an das Kinderheim bezahlen. Sie können aber auch ersuchen, dass das Kind in eine Pflegefamilie kommt.

Rechtsweg Sollte das Kind keine Geburtsurkunde haben (was sehr häufig in diesem Land ist), muss ein zusätzliches Urteil („jugement supplétif“) erwirkt werden. Dann kann eine Geburtsurkunde innerhalb von 2 bis 6 Wochen beim Gemeindeamt des Geburtsortes ausgestellt werden. Hat das Kind eine Geburtsurkunde, kann das Gerichtsverfahren gleich eingeleitet werden.

In der Regel dauert das Gerichtsverfahren 3 bis 6 Monate für eine Volladoption. Dennoch kann das Verfahren durch Verzögerungen wesentlich verlängert werden.


1) Anrufung des Gerichts

Dies wird schriftlich beantragt (es wird empfohlen diese durch einen Anwalt vorbereiten zu lassen). Das Dossier wird abgegeben, registriert und für eine Anhörung vorgemerkt.


2) Beweisaufnahme durch das Gericht

Der Richter, der das Dossier bearbeitet, kann verlangen, dass der Antragssteller bzw. die Adoptivwerber persönlich erscheinen, vor allem wenn es sich um eine Volladoption handelt. Auch das Erscheinen des Kindes bzw. der leiblichen Eltern kann verlangt werden, selbst wenn diese bereits einer Adoption vor einem Notar zugestimmt haben.


3) Nach der Beweisaufnahme bei der Anhörung schickt der Richter das Dossier zur Staatsanwaltschaft und ersucht um deren schriftliche Schlussfolgerungen.


4) Wenn das Dossier zum Richter zurückkommt, setzt das Gericht ein Datum fest an dem es seine Entscheidung bekannt gibt.


5) Nach Verkündung des Gerichtsentscheids stellt die Gerichtskanzlei ein schriftliches Dokument mit der Gerichtentscheidung aus. Dieses Dokument wird dann an den Geburtsort des Kindes geschickt, damit eine neue Geburtsurkunde des Kindes mit dem Namen der Adoptiveltern ausgestellt werden kann. Nach Erhalt dieser Geburtsurkunde kann ein Kinderpass beantragt werden.


Anmerkung: die französische Zentralbehörde AFA (Agence Francaise de l’Adoption) gibt an, dass der Richter an der Elfenbeinküste zuerst eine Verordnung zur vorläufigen Inobhutnahme des Kindes mit dem Ziel einer Adoption ausspricht.

Erst nach einer Frist von 6 Monaten, während das Kind bei den Adoptivwerber an der Elfenbeinküste lebt, können die Adoptivwerber ein Adoptionsansuchen für eine Volladoption bei dem Landesgericht in Abidjan abgeben.

In der Praxis ist dieses Aufenthalt von 6 Monaten nicht verpflichtend und die Mehrheit der Richter sieht für ausländische Adoptivwerber keine Inobhutnahmefrist vor.

Quelle: http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:cote_d_ivoire

Dossier: Dokumentenliste und Beglaubigung

Die Adoptivwerber müssen ihren Adoptionsantrag direkt zum Ministerium für Familie, Frauen und soziale Angelegenheiten schicken, das die Adoptionsanträge bearbeitet und eine Untersuchung über die Familienverhältnisse der Adoptivwerber einleitet.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden dann dem zuständigen Gericht weitergeleitet.


Das Dossier muss folgende Dokumente enthalten (Originale oder beglaubigte Kopien):

  • Motivationsschreiben an die Direktion des zuständigen Ministerium
  • Pflegestellenbewilligung
  • Home Study (es wird auch empfohlen ein psychologisches Gutachten beizulegen)
  • Nachweis der Einkommenssituation der Adoptivwerber
  • Heiratsurkunde
  • Geburtsurkunde für beide Adoptivwerber
  • Passkopie für beide Adoptivwerber
  • 2 Passbilder
  • Strafregisterauszüge für beide Adoptivwerber
  • Gegebenenfalls ein Sterilitätsnachweis

http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:cote_d_ivoire

Prozessdauer

Keine Angaben

Kosten

Für die Abgabe des Dossiers werden folgende Kosten erhoben:

  • Bürger aus der Elfenbeinküste, die in der Elfenbeinküsten leben: 10.000 Franc CFA
  • Bürger aus der Elfenbeinküste, die im Ausland leben: 100 Euro
  • Ausländische Bürger (ob sie in der Elfenbeinküste leben oder nicht): 100 Euro

Diese Kosten werden nicht erstattet und werden unabhängig von allen anderen Kosten für den weiteren Adoptionsprozess erhoben.


Seit Januar 2009 müssen Adoptivwerber nach dem Kindervorschlag und ihrer endgültigen Zustimmung zum Kindervorschlag einen finanziellen Beitrag, genannt „Aide aux poupons“ (Hilfe für die Säuglinge) zum Unterhalt der Kinder die noch in staatlicher Obhut sind leisten.

Für ausländische Staatsbürger sind das 328.000 Francs CFA (ca. 500 €).

http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:cote_d_ivoire

Nach der Adoption

Keine Angaben

Ansprechstellen

Zentrale Adoptionsstelle der Elfenbeinküste:

Ministère de la Famille, de la Femme et des Affaires Sociales

Direction de la Protection Sociale

Service de l'adoption internationale

BPV 200 - ABIDJAN

Tél. : (225) 20.21.22.91

ou (225) 20 32 42 33

fax : (225) 20 32 75 45


Botschaft der Republik Österreich

Österreichische Botschaft Yamoussoukro

18, rue Emile Zola

Dakar, Senegal

Tel.: (+221) 33 849 40 00

Fax: (+221) 33 849 43 70


In Österreich:

Botschaft der Republik Côte d’Ivoire

Neulinggasse 29/6/20, 1030 Wien

Tel: (+43 / 1) 581 00 76

Fax: (+43 / 1) 581 00 76 – 31

E-Mail: office@ambaciaut.org

Adoptionszahlen

Siehe: http://www.coeuradoption.org/wiki/doku.php?id=pays:cote_d_ivoire

(Redaktion: alp, je)

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