Wenn Kleinkinder adoptiert werden I

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Mary Hopkins-Best, Toddler Adoption: The Weaver's Craft
Perspectives Press, Indianapolis, 1997
270 Seiten
Hardcover: ISBN 0-944934-17-X
Paperback: ISBN 0-944934-21-8

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Zusammenfassung des Buches "Toddler Adoption" von Mary Hopkins-Best

Teil 1: Was ist so besonders an der Adoption von Kleinkindern?

Adoptionen von Kindern im Kleinkindalter sind gerade wenn es sich um internationale Adoptionen handelt weit verbreitet. In diesem Fall stellen sich aber deutlich andere Anforderungen an die Eltern als bei der Adoption eines Babys oder eines älteren Kindes. Um Adoptivwerbern einen Überblick zu geben, welche Besonderheiten Kleinkind-Adoptionen kennzeichnen und um bestehende Familien zu unterstützen, hat Mary Hopkins-Best 1997 das Buch "Toddler Adoption: The Weaver's Craft" heraus gebracht, das sich ausschließlich mit der Adoption von Kindern zwischen einem und drei Jahren auseinander setzt (aber auch Adoptierenden von Kindern über drei Jahre ans Herz gelegt werden kann).


Hopkins-Best ist selbst Mutter einer leiblichen Tochter und eines Adoptivsohnes, der mit 18 Monaten aus Peru in die Familie kam. Das Fehlen von Literatur für diese besondere Aufgabe hat die Pädagogin bewogen, auf Grund ihrer Erfahrungen und nach umfangreichen Recherchen ein 270 Seiten starkes Buch zusammen zu stellen. "Toddler Adoption" wird in den USA von Adoptionsvermittlungsstellen gerne zukünftigen Adoptiveltern empfohlen, auch wenn - oder gerade weil - es dazu angetan ist, diese auch mit weniger angenehmen Realitäten vertraut zu machen. Nicht selten vermuten Eltern, mit ihrem Kleinkind ein "etwas größeres Baby" zu adoptieren und unterschätzen die Herausforderungen, die eine Adoption in diesem Entwicklungsalter mit sich bringen kann.

Was ist so besonders an der Adoption von Kleinkindern?

"It is wise to plan for the worst and hope for the best" (Es ist weise, sich auf das Schlimmste vorzubereiten und auf das Beste zu hoffen) ist ein Zitat aus dem Buch, das Hopkins-Best dem Thema als Motto hätte voranstellen können. Denn obwohl lange nicht alles, was Hopkins-Best beschreibt, bei der Adoption jedes Kleinkindes eintreten muss, ist es doch wichtig, sich gut vorzubereiten, um dann besser mit auftretenden Herausforderungen umzugehen bzw. schon in der Entscheidungsfindung abzuwägen, was man sich überhaupt zutraut. In diesem Sinne soll das Buch einen realistischen Einblick geben und dazu beitragen, dass Eltern eher positiv überrascht sind und nicht von den Verhaltensweisen ihres Kindes überrumpelt werden, diese nicht einschätzen können und viel Energie für Überlegungen aufwenden, die schon vorweg angestellt werden könnten.

Als Kleinkind adoptierte Kinder haben oft eine Geschichte von früher Vernachlässigung, Fehlen einer sorgenden und stimulierenden Umgebung, Mangelernährung etc. Dies alles kann Einfluss auf die Entwicklung eines Babys nehmen und nicht von heute auf morgen "weggeliebt" werden. Obwohl viele Familien sich wünschen, dass ihr Kind sich bald liebevoll und wohlerzogen seinen engagierten Eltern zuwenden wird, muss ihm oft viel Zeit gegeben werden, damit es sich an den neuen Lebensstil anpassen, erlebte Traumata überwinden und sich an eine neue Familie zu binden kann. Manche Eltern glauben in dieser Zeit, dass auftretende Schwierigkeiten auf ihre "mangelnden Fähigkeiten" zurück zu führen sind. Für sie ist es wichtig, zu wissen, dass die Adoption von Kleinkindern spezielle Anforderungen an die Familie stellt, die über das hinaus reichen, was biologisch gewachsene Familien erleben.

Alle Aspekte der Kleinkindentwicklung sind von dessen frühen Erlebnissen, dem Wechsel der Lebensumgebung und der Bezugspersonen gekennzeichnet. Kleinkinder sind jedoch weder kognitiv noch sprachlich in der Lage, sich so auf die Veränderung vorzubereiten, wie das bei älteren Kindern möglich ist. Die Adoption ist erneut ein unerklärlicher Wechsel in einer Reihe von Veränderungen von Umgebung, Essen, Tagesabläufen und Bezugspersonen. In einem Alter, in dem Kinder ihre Welt zu organisieren und gestalten beginnen, hindern sie Ereignisse daran, die völlig außerhalb ihrer Kontrolle liegen.
Davon ist oft die einzige und wichtigste Entwicklungsaufgabe des ersten Lebensjahres betroffen: zu lernen, zu vertrauen. Adoptierte Kleinkinder brauchen daher Eltern, die verstehen,

  • dass die Bindungsfähigkeit ihres frisch adoptierten Kindes stark eingeschränkt sein kann,
  • dass traditionelle Erziehungsmaßnahmen häufig nicht funktionieren,
  • wie Regression, Trauer, Wut und Bindung das Verhalten ihres Kleinkindes beeinflussen
  • und sie benötigen zuweilen Hilfe. Deswegen sollten Eltern nicht zögern, mit ihren Sozialarbeitern, Fachleuten, der Familie oder Freunden über ihre Probleme zu sprechen, und nicht fürchten, die Adoption würde deswegen in Frage gestellt oder ihre Kompetenz als Eltern angezweifelt (das Gegenteil ist der Fall!).


Wie kann man sich die Persönlichkeiten der Kinder nun vorstellen, die zwischen erstem und drittem Geburtstag in eine Adoptivfamilie kommen? Mary Hopkins-Best hat versucht, beispielhaft für viele Kinder zu formulieren, was ihr Sohn seinen Adoptiveltern gesagt hätte, wenn er für sich selbst hätte sprechen können:

"Bitte lerne soviel du kannst über mich, bevor du dich entscheidest, meine Mutter oder mein Vater zu werden, sodass du dann nicht überrascht über mich bist.
Denke nicht von mir als einem hilflosen Baby, auch wenn ich vielleicht noch nicht alle Dinge kann, die die meisten Kinder in meinem Alter können.
Behandle mich nicht als wäre ich älter als ich wirklich bin, weil ich mich verhalte, als bräuchte ich es nicht, dass du auf mich aufpasst. Wenn ich dich fort stoße, brauche ich es am meisten, dass du mich hältst und mir sagst, dass du mich nie mehr gehen lassen wirst. Ich musste lernen, viele Dinge für mich selbst zu tun, bevor du in mein Leben kamst, und es ist schwer für mich zu lernen, von dir so abhängig zu sein, wie ich sollte. Bitte erkenne meine speziellen Bedürfnisse und hilf mir damit, aber merke dir, dass ich trotzdem viel mehr wie die anderen Kinder bin als anders. Betrachte mich zuerst als dein Kind, nicht als dein adoptiertes Kind oder als ein Kind mit speziellen Bedürfnissen.

Manchmal fühle ich mich wirklich traurig und wirklich zornig. Tu nicht so, als hätte ich diese Gefühle nicht und sei nicht entmutigt, wenn ich diese starken Gefühle an dir auslasse. Die meiste Zeit bin ich nicht böse auf dich, aber du bist es, die jetzt hier ist und der ich sicher meine Gefühle zeigen kann. Ich weiß in meinem Herzen, dass du nichts getan hast, um mir weh zu tun, aber ich bin ganz verwirrt.

Meine Erinnerungen an meine anderen Mütter und Orte wo ich gelebt habe sind alle in meinem Gedächtnis, aber sie sind in Bildern, Geräuschen, Gefühlen und sogar Gerüchen gespeichert. Ich habe nicht die Worte, darüber zu sprechen. Ich kann mir nicht vorstellen, warum diese andere Mutter verschwunden ist und ich fürchte mich, dass auch du fortgehen könntest. Ich muss dich oft testen, weil es schwer ist, für mich zu glauben, dass du mich nicht auch verlassen wirst. Es ist wirklich sehr beängstigend für mich, dich zu lieben und dir zu vertrauen und so muss ich deine Liebe am meisten testen, wenn du beginnst, für mich wichtig zu werden.

Manchmal möchte ich mich zu einem Ball zusammen rollen und wieder ein kleines Baby sein, sodass jemand auf mich aufpasst. Ein anderes Mal will ich alles alleine machen und möchte am liebsten von dir fortlaufen. Bitte sei geduldig. Wir haben viel Zeit miteinander. Letztlich sind die wirklich wertvollen Dinge im Leben nicht immer einfach und passieren nicht über Nacht."

(Hopkins-Best, Seite 15f.)

Ist die Adoption eines Kleinkindes das Richtige für Sie?

Es gibt eine Reihe von Gründen, Kinder im Kleinkindalter zu adoptieren, aber schon die oben zitierten Passagen lassen erkennen, dass es vor allem gut vorbereitete Eltern sein sollten, die sich dieser Aufgabe annehmen. Für kaum jemanden ist die Adoption eines Kleinkindes die allererste Option, um Eltern zu werden. Manche Adoptivwerber akzeptieren die Platzierung von Geschwistern, von denen ein Kind noch Baby und das andere im Kleinkindalter ist, damit sie einmal von Beginn an Eltern sind, aber nicht zweimal den langwierigen Adoptionsprozess durchmachen müssen. Anderen wird ein Kleinkind vorgeschlagen, weil sie selbst schon älter sind, weil sie ihre Abwesenheit aus dem Berufsleben kürzer halten wollen, der Altersabstand zum ersten Kind nicht zu groß werden soll oder die Wartezeiten auf ein Kleinkind schlichtweg geringer sind. Wieder andere bekamen den Kindervorschlag für ein Baby, aber der Adoptionsprozess dauerte unvorhergesehen lang. Schließlich gibt es auch Staaten, aus denen Kinder frühestens im Kleinkindalter adoptiert werden können. Viele Überlegungen können bei der Altersentscheidung eine Rolle spielen.

Es verwundert nicht, dass laut Hopkins-Best die Eltern am zufriedensten mit der Adoption ihres (Klein-) Kindes waren, die sich nach einem sorgfältigen Überlegungsprozess ganz bewusst entschieden haben und völlig von der Richtigkeit ihrer Wahl überzeugt waren: "Personen, die mit ihrer Entscheidung glücklich sind, ein Kleinkind zu adoptieren, sehen Elternschaft als Privileg und nicht als Recht und Kleinkinder als voller Potenzial. Sie erkennen, dass es keine Garantien für Elternschaft gibt und sind vorbereitet, auf eine Vielfalt möglicher Ergebnisse so zu antworten, wie es Bedarf gibt. Gut informierte, freiwillige Kleinkindadoptierende erkennen, dass der Akt der Adoption nur der Beginn eines lebenslangen Prozesses der Entwicklung einer Familie ist." (Seite 25)

Deswegen empfiehlt Hopkins-Best, sich ausreichend Zeit zu nehmen, mögliche Unterschiede zu "normalen" Familien zu beachten. Viele adoptierte Kleinkinder kommen nicht mit jenen Verhaltensweisen und Bedürfnissen nach Hause, die in unserer Gesellschaft als typisch für "brave" (einfache, vergnügte und wenig anspruchsvolle) Kinder gelten. "Die Kleinkindadoptierenden, die ich kenne, hatten mit einer Reihe von speziellen Bedürfnissen umzugehen. Manche mussten Sozialarbeiter oder Pflegeeltern von der Notwendigkeit überzeugen, dass ihre Kinder auf die Adoption vorbereitet werden müssen. Andere mussten für einen Übergangsprozess kämpfen, der es ihnen ermöglichte, nach und nach die Rolle der Bezugsperson zu übernehmen. Viele mussten ihr Kind in einem Trauerprozess unterstützen und die meisten mussten spezielle Bindungsstrategien anwenden. Viele Eltern fanden es außerdem notwendig, besondere Erziehungsansätze und spezielle Strategien einzusetzen, damit ihr Kind in seiner Entwicklung an Gleichaltrige anschließen kann." (Seite 25)

Folgende Punkte sollten Adoptivwerber nach Hopkins-Best beachten:

Lernen Sie so viel wie möglich über die Entwicklung von Kleinkindern
Es ist sinnvoll, möglichst viel über die Entwicklung von Kleinkindern zu wissen, um normale Verhaltensweisen von Kleinkindern von denen zu unterscheiden, die für Entwicklungsverzögerungen, Trauer oder Bindungsschwierigkeiten sprechen. Ein Vater, der nicht weiß, dass die meisten Kleinkinder gelegentlich Wutanfälle haben, könnte die Adoption in Frage stellen, wenn sein Kind sich das erste Mal im Supermarkt brüllend auf den Boden wirft, weil es den gewünschten Kaugummi nicht bekommt. Häufige, lang andauernde und krampfartige Wutanfälle sowie äußerste Verzweiflung ohne Möglichkeit zu trösten gehören jedoch nicht zu den normalen Verhaltensweisen von Kleinkindern.

Kleinkinder haben eine Vergangenheit
Eltern von Kleinkindern müssen akzeptieren, dass ihre Kinder eine Vergangenheit haben und bereits mit einer recht ausgeprägten Persönlichkeit in die Familie kommen. Während Adoptiveltern von Babys sich sanfter und langsamer dem Temperament ihres Kindes annähern können, sollten Kleinkindeltern Freude daran finden, zu "entdecken", wer ihr Kind ist und so viel wie möglich über das Kind zu lernen, um die Bedürfnisse des Kindes mit der Notwendigkeit in Einklang zu bringen, Sicherheit und "Kompatibilität" mit anderen zu gewährleisten.
Pessimistische Eltern, die davon ausgehen, dass die negativen frühen Erfahrungen unbedingt ein schlechtes Schicksal für das Kind nach sich ziehen, sind hier weniger geeignet. Zwar geht es darum, möglichst viel über die Vergangenheit des Kindes heraus zu finden, aber dann mit Optimismus und Bestimmtheit weiter zu gehen.

Kleinkinder müssen abhängig und unabhängig sein

Es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt für Kleinkinder, eine Identität unabhängig von den Eltern auszubilden. Das Kleinkindalter beginnt normalerweise nach einem Jahr gesunder Abhängigkeit und engem und liebevollem Miteinander zwischen Baby und Hauptbezugsperson. Dann setzt der lange Weg in die Unabhängigkeit ein, der auch unter den besten Bedingungen für Eltern und Kind sehr anstrengend sein kann. Umso mehr ist er es für unsicher oder gar nicht gebundene Kleinkinder, die frisch in eine Adoptivfamilie gekommen sind. Kinder, die am meisten Abhängigkeit von ihren Bezugspersonen nötig hätten, halten ihre neuen Eltern oft mit ihrer Wut, ihrer Trauer und dem biologisch verankerten Drang nach Unabhängigkeit in Schach: "Zur selben Zeit, wenn die biologische Uhr sagt: - Es ist Zeit, dass du dich von deiner ersten Bezugsperson - von deinem Fundament - verschieden entwickelst -, wissen sein Herz und sein Kopf, dass es dieses Fundament nicht gibt. Wie kann man sich von etwas trennen, das man nie hatte? Eben das Kind, das den größten Bedarf an konsistenter, zielgerichteter, sorgender Pflege hat, wird diese am wahrscheinlichsten zurück weisen, wenn sie ihm angeboten wird." (S. 38) Es braucht sehr bestimmte Eltern, um einem widerstrebenden Kind Bindungsstrategien aufzuerlegen. Die große Herausforderung, Eltern eines adoptierten Kleinkindes zu sein, das keine Bindungsmöglichkeiten hatte, ist das Kind durch die Stadien von Vertrauen und gesunder Abhängigkeit regredieren zu lassen und gleichzeitig die normalen Entwicklungsaufgaben eines Kleinkindes zu fördern.
Zukünftige Adoptiveltern sollten sich fragen, ob sie eine solche Herausforderung gegebenenfalls annehmen können.

Können Sie mit einem Kleinkind umgehen, das Bindung zurückweist?
Viele Adoptivwerber malen sich gerne den Moment aus, an dem sie ihrem Kind zum ersten Mal begegnen. Nicht wenige vermuten, dass Eltern und Kind sich augenblicklich ineinander verlieben und von nun an unzertrennlich sind. Diese Phantasien lassen wenig Raum für ein Kind, das seine neuen Eltern komplett ignoriert, sie mit Gewalt fern halten will oder aus Angst vor ihnen schreit und tobt. Das allerdings sind typische Reaktionen für Kleinkinder, die kein Verständnis dafür haben, was hier vor sich geht und die von ihrer wichtigsten Bezugsperson getrennt wurden. Die wenigsten Eltern berichten von positivem oder akzeptierendem Verhalten ihrer Kinder bei der ersten Begegnung.

Wut und Zurückweisung sind sehr häufige Verhaltensweisen von Kindern, die über den Verlust einer Bezugsperson trauern oder aus anderen Gründen (Vernachlässigung, Beziehungsabbrüche) Bindungsschwierigkeiten haben. Ein adoptiertes Kleinkind ist zumindest mit der enormen Aufgabe konfrontiert, seine Bindung von einer Bezugsperson auf eine andere zu übertragen. Eine noch größere Herausforderung stellt jedoch der Aufbau von Bindung von Anfang an dar. Kinder mit wechselnden Bezugspersonen lernen früh, dass es nichts bringt, sich auf eine Bezugsperson einzulassen? Kinder die schwer vernachlässigt wurden, lernen, dass sie nur auf sich selbst zählen können? Missbrauchte Kinder lernen, dass Erwachsene unvorhersehbare Dinge tun, dass sie verletzten können und dass man sich schützen muss, so gut man kann.
Eltern adoptierter Kleinkinder müssen daher damit umgehen können - und es auch nicht persönlich nehmen -, wenn ihr Kleinkind sie vorerst zurück weist und die Eltern-Kind-Bindung fördern, auch wenn das anfangs nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint.

Verluste bei der Adoption eines Kleinkindes
Alle Adoptionen haben mit Verlust zu tun, aber es gibt spezielle Verluste, die mit der Adoption eines Kleinkindes einhergehen, z.B.

  • anders als bei der Adoption eines Babys, erhalten Eltern die ein Kleinkind adoptieren in der Regel weniger Bestärkung von ihrer Umgebung. Babys ziehen Erwachsene an und die Reaktion der Umwelt ist weitaus positiver als gegenüber einem Kleinkind, das alles untersuchen muss oder gerade einen Tobsuchtsanfall hat. Von Eltern wird außerdem erwartet, dass sie mit einem Kind in diesem Alter schon so vertraut sind, dass sie mit solchen Situationen umgehen können.
  • anders als Babys sind Kleinkinder bereits wesentlich aktiver und erkunden ihr neues Zuhause gründlich. Was den Eltern dabei verloren geht, sind viele (fast alle?) persönlichen Freiräume. Eltern von Kindern mit Bindungsschwierigkeiten haben außerdem kaum die Möglichkeit, das Kind einmal einem Babysitter anzuvertrauen, sind also rund um die Uhr im Einsatz, worunter auch die Beziehung der Partner zueinander leiden kann.

 

(Jutta Eigner)
Veröffentlichungsdatum: 09.03.2006