Anna und die Wut

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„Anna und die Wut“ von Christine Nöstlinger, erstmals 2002 erschienen, ist inzwischen fast etwas wie ein Klassiker geworden und 2010 bereits in der 3. Auflage erschienen. Denn wer kennt sie nicht – die Wut?


Familien, die ein Kind zu Hause haben, das zu Wutanfällen neigt, können ein Lied davon singen. So auch die Familie, in der Anna lebt. Anna wird oft wütend – viel öfter und schneller als andere Kinder. Und die Wut, die über sie kommt, ist so riesengroß, dass Anna sie ganz und gar nicht kontrollieren kann. So lernen wir im Buch eine Anna kennen, die kreischt und flucht, mit den Füßen stampft, heult und mit den Fäusten trommelt. Wie die Wut es mit sich bringt, kriegten alle in Annas Nähe genug davon ab, auch wenn sie gar nichts mit dem Grund für Annas Wut zu tun haben. So kommt es, dass die anderen Kinder nicht mehr mit „dem Giftzwerg“ spielen wollen und auch die Eltern letztlich bei einem „So kann das nicht weitergehen“ landen. Die Mutter empfiehlt Anna, die Wut herunter zu schlucken. Doch davon bekommt Anna nur zusätzlich Schluckauf, was sie noch mehr ärgert. Der Vater rät Anna, der Wut aus dem Weg zu gehen. Das führt  dazu, dass Anna ihr Zimmer nicht mehr verlässt und nur mehr sitzend vor sich hin starrt, bis nichts mehr da ist, was sie ärgern könnte. Glücklicherweise hat der Großvater eine rettende Idee. Er schenkt Anna eine Trommel, mit der sie die Wut wegjagen soll. Anna probiert es aus und macht viele Dinge, die sie so richtig in Rage bringen. Und tatsächlich: sie muss nur ordentlich trommeln, dann verschwindet die Wut und Anna fühlt sich wieder friedlich und sanft. Auch als die Kinder im Park sie  als „Giftzwerg“ verspotten, trommelt sie und findet für ihr Können viel Bewunderung. Seitdem ist Anna nur mehr mit der Trommel unterwegs und die Kinder lieben es, wenn Anna für sie trommelt. Doch zu guter Letzt weiß sie gar nicht mehr, woher sie die Wut dazu nehmen soll…

„Anna und die Wut“ ist ein sehr anschauliches Buch, in dem sich Kinder ohne Worte wiedererkennen können. Auch Eltern erinnert es daran, dass der Weg mit Wut umgehen zu lernen, durchaus kreativ sein kann. Schlucken scheint jedoch – wie wir alle wissen – nicht wirklich zu funktionieren…
(Jutta Eigner)

Christine Nöstlinger:
Anna und die Wut
Kinderbuchpreis der Stadt Wien; Ehrenliste zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis
Sauerländer Verlag, 2010 (3. Auflage)
32 Seiten
Empfohlen für Kinder ab 36 Monate bis 7 Jahren