Der wundrige Oskar – nicht nur für Pflegefamilien…

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. | Drucken |



Buch CoverDie Autorin Michaela Girardelli verarbeitet ihr Wissen und ihre Erfahrung als Mitarbeiterin eines Pflegekinderdienstes in einem Buch. Es ist gedacht für alle Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern wohnen können und trotzdem ihren Weg finden und für alle, die diese Kinder auf diesem Weg begleiten. Der Künstler Gerd Menia schenkt dem Buch mit seinen Illustrationen eine besondere Note.

Oskar ist ein besonderes Kind: er hat zwei Mamas und zwei Papas. Das Buch erzählt die Geschichte des „wundrigen Oskars“, der sich über viele schönen Dinge in seinem Leben mit einem ausgesprochenen "Oooh" wundern kann, dessen Eltern aber so sehr mit ihrer Welt beschäftigt sind, dass sie die schönen Seiten des Lebens nicht mit ihrem Kind teilen können. Der Vater ist oft wütend und die Mutter trinkt zu viel Wein, sodass sich keiner mehr um Oskar kümmern kann. Als Oskar auch die Flucht in die schönen Phantasien nichts mehr hilft und er es aufgibt sich zu wundern, passiert etwas Unerwartetes. Frau Findig sucht für Oskar eine Mama und einen Papa, die seine "Ohs" mit ihm zusammen bewundern können. Sie findet die Pflegefamilie Mögig, die sich genau so einen Buben, wie Oskar einer ist, schon lange wünschen.

Gemeinsam mit seinen Eltern lernt Oskar Herrn und Frau Mögig kennen und besucht die Pflegefamilie von da an regelmäßig. Frau Mögig liebt Liebesromane, Herr Mögig das Kuchenbacken. David, der Sohn der Familie Mögig, träumt davon ein berühmter Fußballer zu werden und Natalie, die Tochter, träumt von einem eigenen Pferd. Sie alle freuen sich, wenn Oskar kommt und versuchen, dass er sich so wohl wie möglich bei ihnen fühlt. Bei jedem Besuch entschlüpft ihm ein winziges "Oh!", manchmal ist es ein vorsichtiges "Oh", ein anderes Mal ein neugieriges oder ängstliches "Oh!".

Es kommt der Tag, an dem Oskar bei Familie Mögig einzieht. Obwohl Oskar gerne bei Familie Mögig ist und er jeden einzelnen in der Familie mag, gibt es auch Tage an denen er traurig und wütend ist. Dann brüllt er wie ein wildes Tier und stampft. Oskar wundert sich danach oft selbst, was mit ihm los ist. Gemeinsam erleben sie Höhen und Tiefen.

Familie Mögig gewinnt Oskar sehr lieb und ist froh, dass er bei ihnen ist. Oskar fühlt sich zunehmend geborgen und wohl. Trotzdem freut er sich auf die Besuche seiner Eltern. Und das Schönste ist das wunderschöne "Oooh" in Oskars Bauch, das er plötzlich wieder spüren kann.

(Christina Rothdeutsch)

 

Michaela Girardelli (Text), Gerd Menia (Illustrationen):
Der wundrige Oskar
Hg. vom Vorarlberger Kinderdorf gemeinnützige GmbH, Pflegekinderdienst
Eigenverlag, 33 Seiten
Vorarlberg, 2002
Empfohlenes Alter: ab 4 Jahren