Das Tagebuch meiner Adoption

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Ein Album für Kinder, die aus dem Ausland adoptiert worden sind
rezensiert von Jutta Eigner.

Immer wieder bemerken Adoptiveltern, dass sich "Angebote rund ums Kind" zwar gut für leibliche Familien, nicht aber für Adoptivfamilien eignen. So geschehen ist das auch Kerstin Blank-Brinkmann, die die Ankunft ihres Kindes dokumentieren wollte und auf der Suche nach einem geeigneten Babyalbum nichts Passendes fand. Fünf Jahre danach brachte Sie nun ein eigenes Album heraus, das einzig und allein für Adoptivkinder aus dem Ausland konzipiert und auf diese spezielle Form der Familiengründung maßgeschneidert wurde.

Das Album erfasst die Zeit vor der Adoption, die Reise ins Herkunftsland und die ersten Wochen zu Hause und wurde von Jörg Hornisch liebevoll illustriert. Die drei Kinder auf der Titelseite - ein kaukasischer Junge, ein asiatisches und/oder indigenes Mädchen und ein schwarzer Junge vor dem Hintergrund von Wolken mit einem Flugzeug - begleiten uns auch im Innenteil des Albums. Hier ist jeweils eine Seite für Fotos und eine für Aufzeichnungen der Eltern reserviert.

Der Platz für die Aufzeichnungen ist dabei eher knapp bemessen, was sich vor allem nach der Ankunft des Kindes, das in der Regel nicht mehr allzu viel Zeit für Tagebücher lässt, durchaus als Vorteil erweisen kann. Viele Eltern werden es auch schätzen, dass das Buch Themen vorgibt: die ersten Schritte der Eltern als Adoptivwerber; die Überprüfung; das Abschicken der Papiere; die Wartezeit; die Situation des Kindes im Herkunftsland; der Tag des Kindervorschlages inklusive erstem Foto; die Wege und Aufregungen vor der Reise; der Ankunftstag; die ersten gemeinsamen Aktivitäten; was über die leibliche Familie, das Herkunftsland und die Zeit vor der Adoption in Erfahrung gebracht werden konnte; wichtige Adressen im Herkunftsland; die Rückreise und Ankunft im neuen Zuhause; erste Zeit und erste Besuch Zuhause; was ist schön und was ist nicht ganz so einfach; was kann das Kind, was mag es und was nicht et cetera

Dabei ist der Vorteil des Buches - die Themen sind da und müssen nur mehr "befüllt" werden - auch sein einziger Nachteil. Denn wie viel Platz für welches Kapitel da ist, ist im Buch vorweg festgelegt. Und natürlich gibt es auch immer wieder Kleinigkeiten, die nicht auf alle Kinder zutreffen: zum Beispiel werden nicht alle Kinder von "Mama" und "Papa" adoptiert (gerade bei internationalen Adoptionen gibt es einige "single adoptions"). Auch kommen nicht alle Kinder aus dem Ausland mit dem Flugzeug. Hier müssen die Adoptiveltern im Buch ein wenig korrigieren.
Das ändert aber nichts daran, dass das "Tagebuch meiner Adoption" mit seiner liebevollen und warmherzigen Gestaltung allen Auslandsadoptivfamilien empfohlen werden kann, die ein Album für die Geschichte ihres Kindes anlegen wollen und dabei mit den herkömmlichen Fotoalben nicht das Auslangen finden. Sie werden darin Anregungen und Ideen finden, ihre erste Zeit als Familie zu dokumentieren. Und das "abgeschlossene Werk" wird ganz sicher für Eltern und Kind zu einem wichtigen Bezugspunkt werden, um sich daran zu erinnern, zu erzählen und darüber nachzudenken, wie es war, bevor und als die Familie eine Familie wurde...

Tagebuch meiner Adoption
Kerstin Blank-Bringmann (Idee, Text)
Jörg Hornisch (Gestaltung)

72 Seiten, DIN A4, Karton spiralisiert, Eigenverlag 2006
€ 26,-- zzgl. Versand (€ 2,40 in Deutschland und € 4,50 in anderen EU-Staaten)

ACHTUNG:
NEUE AUFLAGE Februar 2008
Nähere Infos und Bestellungen unter: www.adoptivsinn.de
Bestellung unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.