Christina Notheisen: Wo liegt Brasilien?

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Sonnenstrahlen kitzeln Tina an der Wange.

Verschlafen reibt sie sich die Augen. Es ist schon hell draußen und man hört das Zwitschern der Vögel.

Heute ist ein ganz besonderer Tag !

Denn Tina hat Geburtstag.

Der Frühstückstisch ist schön gedeckt. Die Mama hat einen leckeren Schokokuchen gebacken. Mit Marienkäfer aus Zuckerguss oben drauf. Die hat Tina am liebsten.

„Guten Morgen mein Schatz. Alles Gute zum Geburtstag.“ Ruft die Mama fröhlich. Neben den Käfern stecken drei Kerzen im Kuchen, die mit einer kleinen Flamme brennen.

Mama drückt Tina ganz fest an sich. Sie will sie gar nicht mehr loslassen.

Das ist ein ganz besonderer Geburtstag. Seit drei Jahren darf sie ihre Kleine nun schon in den Armen halten.

Am Nachmittag treffen weitere Gratulanten ein. Tanten, Onkel, Omas und Opas. Eine fröhliche Schar hat sich um den großen Tisch versammelt. Und es wird viel gelacht.

Tinas Augen strahlen vor Glück.

Wie immer, wenn die Verwandtschaft versammelt ist, sticht Tina durch ihre Hautfarbe hervor.

Richtig auffallen tut ihr das nicht. Sie war ja schon immer so. Natürlich sieht sie, dass die Eltern viel heller sind. Aber warum, das weiß sie nicht. Vielleicht ist sie aber auch noch zu klein dafür.

Zum ersten mal ist heute Tante Laura mit ihrem Sohn Tim zu Tinas Geburtstag gekommen. Tina kennt die beiden bisher nur aus Erzählungen und von Bildern.

„Warum ist die so schmutzig ?“ Tim deutet mit ausgestrecktem Zeigefinger auf Tina.

Mit einem mal ist es Muckmäuschen still am Tisch! Keiner sagt was...

„Aber Tina ist doch nicht schmutzig ! Sie hat einfach nur eine dunklere Haut als du und ich.“

Oma Resi hat als erste ihre Sprache wieder gefunden. Sie muss sich bemühen, dass sie ruhig und freundlich zu Tim spricht. Er ist ja auch noch ein Kind.

„Und warum ?“ Bohrt dieser weiter.

„Weil das eben so ist“, antwortet die Oma nun doch etwas zornig.

„Will noch jemand Kuchen ?“ Tinas Mutter versucht vom Thema abzulenken.

Die Erwachsenen schauen hilflos.

Tina versteht das ganze nicht.

Unbekümmert spießt sie einen Zuckerkäfer auf ihre Gabel und isst diesen genüsslich.

Sie weiß, dass sie nicht schmutzig ist. Schließlich hat sie erst gestern Abend gebadet.

Zusammen mit Ernie und Bert aus der Sesamstrasse. Die beiden Plastikfiguren vertragen das Wasser und dürfen daher immer mit Tina in die Badewanne.

Tinas Mutter weiß, dass heute der Tag ist, an dem sie ihrer Tochter die Wahrheit sagen muss.

Auch wenn es schwer fallen wird.

 

Am Abend kommt der Papa von der Arbeit nach Hause.

„Wo ist mein großes Geburtstagskind ?“ Er nimmt Tina hoch und wirbelt sie ein paar mal in der Luft.

„Alles Gute zum Geburtstag, meine Tochter“, die letzten beiden Worte betont er besonders.

Er sieht in das Gesicht seiner Frau und erblickt darin Sorge und Angst.

Er weiß nichts von den Vorkommnissen am Nachmittag.

„Heute müssen wir es ihr sagen“, sagt die Mutter leise.

„Ich weiß.“

Die beiden fassen sich an den Händen und blicken auf ihre Tochter, die sich an dem großen Karton zu schaffen macht. Mama hat Tränen in den Augen.

Noch einmal durchlebt sie gedanklich den Tag, als sie die Kleine vor drei Jahren abgeholt haben. Und noch immer bekommt sie eine Gänsehaut und ihr Magen verkrampft sich.

Jetzt kommt wohl einer der schwersten Momente im Leben von Tinas Eltern.

Aber man hat ihnen schließlich mehrmals gesagt, dass sie dem Kind die Wahrheit sagen müssen, vor Beginn der Kindergartenzeit. Ja, genauso hat man ihnen das gesagt.

Der Papa nimmt Tina auf den Schoss.

Einfühlsam und mit zarter, ruhiger Stimme fängt die Mutter an zu sprechen:

„Tina gib mir mal deine Hand.“ Artig streckt Tina diese ihrer Mutter zu. Die Mutter umfasst das kleine Kinderhändchen mit ihrer weichen, zarten Hand.

„Siehst du wie bleich meine Haut ist ?“

„Mmh..“

„Und deine Hand ist so schön braun.“

„Das kommt von der Sonne.“ Sagt Tina nicht ganz ohne Stolz.

„Ja, die Sonne hat deine Haut so gemacht. Aber nicht die Sonne hier bei uns. Sondern die Sonne in einem anderen Land. Und das heißt Brasilien.“

„Wo ?“ Tina schaut verwirrt und ungläubig.

Papa drückt seine Tochter an sich. Nun redet er:

„In Brasilien scheint den ganzen Tag die Sonne. Das gibt es das Meer und viel Sand....“

„...und viele arme Menschen,“ vollendet die Mutter den Satz.

Tina schaut ihre Eltern mit großen Augen an.

„Im Bauch einer Frau in Brasilien ist vor drei Jahren ein Baby herangewachsen. Die Frau war sehr arm. Sie hatte kein Geld um Essen für ein Kind zu kaufen. Und das Baby in ihrem Bauch warst du. Sie hat dich aber sehr lieb gehabt und wollte, dass du eine schöne Kindheit hast und immer genug zu essen. Deshalb hat sie dich uns gegeben.“ Die Mutter kämpft mit den Tränen.

„Als wir dich zum ersten mal sahen, warst du noch ganz klein und hattest schwarze Haare.

In Mamas Bauch kann kein Baby wachsen.“ Sagt der Papa liebevoll.

„Ist der Bauch kaputt ?“ Fragt Tina mit ernster Mine.

„Nun ja, so ähnlich.“ Die Mama muss lächeln.

Die Eltern holen ein Album mit Fotos aus Brasilien, die sie vor drei Jahren gemacht haben.

Jetzt ist es raus. Die Eltern sind erleichtert. Tina weiß eigentlich gar nicht so richtig was sie denken soll. Vielleicht ist sie dazu auch noch zu klein.

Als Mama und Papa sie abends ins Bett bringen schlingt sie ihre dünnen Ärmchen um die beiden.

„Ich hab euch ganz doll lieb“, flüstert sie.

 

Die Zeit vergeht. Mittlerweile steht in Tinas Zimmer ein gerahmtes Foto, das sie als Baby zusammen mit ihren Eltern zeigt. Bei der Abholung in Brasilien. Die beiden schauen oft die Fotos aus Brasilien and und reden viel über das für Tina unbekannte Land Brasilien.

An Tinas 6. Geburtstag bekommt sie von ihren Eltern ein ganz besonderes Geschenk:

Eine kleine, bunt bemalte, Holzkiste. Die Kiste ist so schön verziert, dass man sie gar nicht erst in Geschenkpapier einpacken musste.

„Alles Gute zum Geburtstag mein Schatz.“ Wie die Zeit doch vergeht denkt die Mutter.

„Wir haben etwas ganz Außergewöhnliches, ein Geschenk nur für dich alleine. Das gibt es nur einmal auf dieser Welt.“

Wie lange haben die Eltern auf diesen Moment gewartet. Sie haben ihn zuletzt regelrecht herbei gesehnt. Und nun sind sie zwischen Freude und Angst hin- und hergerissen.

Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt, da sind sie sicher.

Tina nimmt das Kästchen und öffnet es vorsichtig.

„Das Kästchen ist handgearbeitet. Wir haben es damals in Brasilien gekauft.“ Sagt der Vater leise.

Mit ihren kleinen Fingern zieht sie einen Strampelanzug heraus. Dieser war vor langer Zeit einmal strahlend weiß gewesen. Mittlerweile schimmert er allerdings etwas gelb.

Fragend schaut sie die Eltern an.

„Diesen Strampler hast du getragen, als wir dich vor sechs Jahren das erste mal sahen.“

„Ich war mal so klein…?“ Tina kann es kaum fassen.

„Ja, so winzig war du und aus diesem Fläschchen hast du getrunken.“

Die Mutter holt ein Babyfläschchen aus der Kiste. Dann kommt noch eine selbst gemachte Puppe zum Vorschein. Man braucht allerdings etwas Phantasie um diese als solche zu erkennen.

„Igitt ! Was ist das denn ?“ Ruft Tina angewidert.

„Diese Puppe hat deine Mutter dir zum Abschied geschenkt. Sie hat sie damals selbst gebastelt“, erklärt die Mama.

„Mit viel Liebe…“ fügt der Papa hinzu.

Wenn das so ist, dann findet Tina die Puppe doch nicht ganz so hässlich. Etwas schüchtern drückt sie die Puppe an sich.

Zum Schluss hält Tina ein Schriftstück in der Hand.

„Das ist deine Geburtsurkunde.“

„Und was steht da drauf ?“ Nun wird Tina aber doch neugierig.

„Dass du geboren wurdest...“ etwas bessere fällt der Mutter nicht einfach.

„Und was noch ?“ Will Tina weiter wissen.

„Maria Garcia. Geboren in Sao Paulo, Brasilien…“weiter kann die Mutter nicht mehr sprechen. Der Kloß in ihrem Hals ist zu groß.

 „Maria ? Ich heiße Maria ?“

„Das ist der Name, den deine Mama aus Brasilien dir gegeben hat. Wir wollten dir aber einen Namen geben, den wir für dich ausgesucht haben. Weil du ja schließlich unser Kind bist…“

Der Vater schaut etwas verlegen. Vielleicht hätte er den letzten Satz nicht sagen sollen.

„Ich will aber lieber Maria heißen.“ Sagt Tina mit leiser Stimme.

Das stellt eigentlich kein Problem dar, da die Eltern in den deutschen Dokumente damals beide Namen haben eintragen lassen. Auch hierzu hatte man ihnen geraten.

„Dann rufen wir dich künftig Maria. Das ist ein wunderschöner Name !“Die Mama nickt dem Papa aufmunternd zu.

Dieser ist davon nicht gerade begeistert.

Maria nimmt das Holzkästchen und trägt es in ihr Zimmer. Wie einen Schatz will sie es hüten.

 

Als die Eltern später im Bett liegen, greift die Mutter die Geschehnisse vom heutigen Tag noch einmal auf. Sie spürt, dass ihr Mann mit dem neuen Rufname der Tochter ein Problem hat.

„Weshalb sträubst du dich dagegen Tina in Zukunft Maria zu rufen?“

Es dauert eine Weile bis er ihr antwortet:

„Weißt du, ich habe einfach Angst, dass sie uns nicht mehr als ihre Eltern ansieht. Jetzt wo sie weiß, dass sie in Brasilien auch eine Mutter hat. Diese Frau ist wie eine Konkurrentin für uns.“

„Ich glaube nicht, dass sich für Maria irgendetwas ändern wird. Sie wird uns weiterhin lieben und als ihre Eltern ansehen.“

„Wahrscheinlich hast du recht.“ Der Vater ist etwas beruhigt.

Gerade als die beiden einschlafen wollen, hören sie kleine Kinderfüße auf dem Holzboden trippeln.

Maria schlüpft unter die Decke ins Bett der Eltern. Sie kuschelt sich zwischen die beiden.

„Ich hab euch lieb“, flüstert sie ganz leise.

 

An manchen Tagen kann Maria von ihrer alten Heimat gar nicht genug bekommen.

Sie sitzt vor dem Atlas und starrt gebannt darauf !

„Wo liegt denn dieses Brasilien genau ?“ Will sie wissen.

Die Mutter zeigt ihr dies auf der Weltkarte. Maria nimmt einen Rotstift und macht einen Kringel um das Land.

„Damit ich das beim nächsten Mal gleich finde.“

Und Maria ist schon etwas stolz darauf, dass sie in diesem weit entfernten Land noch eine Mutter hat.

 

„Mama, wie viel Mamas kann ein Kind haben?“

Die Mutter muss überlegen. Ganz spontan findet sie darauf keine Antwort.

„Eigentlich hat jedes Kind nur eine Mama und einen Papa. Aber ganz besondere Kinder haben zwei Mamas. So wie du ! Du bist ein ganz besonderes Kind.“

„Dann bist du meine Lieb-Hab-Mama und die andre Frau ist meine Brasilien-Mama.“

Maria ist zufrieden.

Die Mutter streicht ihr über das dichte, schwarze Haar.

„Und dein schönes Haar hast du von deiner Brasilien-Mama. Ich hab ja leider nur dünnes, hellblondes…“

„So wie unser Kanarienvogel“. Stellt Maria trocken fest.

 

Im Teenageralter äußert Maria zum ersten mal den Wunsch nach Brasilien zu reisen.

Sie will wissen wie das Kinderheim aussieht, in dem sie ihre ersten Tage verbracht hat und vielleicht gibt es auch die Möglichkeit ihre Brasilien-Mama zu treffen...

Maria ist achtzehn Jahre alt, als sie zusammen mit ihren Eltern in der Maschine der spanischen Fluggesellschaft Iberia sitzt. Über Madrid geht der Flug weiter nach Rio de Janeiro. Die Metropole am Zuckerhut.

Maria ist mächtig stolz, dass sie sich im Flieger spanisch mit den Stewardessen unterhalten kann.

Seit einem Jahr besucht sie zusammen mit ihrer Mutter einen Spanischkurs. Als klar war, dass man über kurz oder lang nach Brasilien fliegen würde, unterbreitete die Mutter ihr diesen Vorschlag. Maria lernt seitdem mit viel Fleiß und Ehrgeiz ihre Muttersprache.

Als die Maschine zum Landeanflug auf Rio ansetzt, ist Maria ganz aus dem Häuschen. Endlich sieht so ihr Herkunftsland. Sie kann es kaum fassen. Ihre Wangen sind ganz rot und ihre Hände feucht.

Eine unerträgliche Hitze schlägt den drei entgegen, als sie den Flieger verlassen. Der Weg zu den Shuttle-Bussen scheint unendlich. Innerhalb kurzer Zeit sind sie völlig durchnässt.

„So hab ich mir das nicht vorgestellt,“ sagt Maria etwas enttäuscht.

Im Terminal ist es hingegen recht kühl. Die Klimaanlagen arbeiten mit Hochdruck.

Die Reise geht mit einer kleineren Maschine weiter nach Sao Paulo.

Die anderen Passagiere sind ausschließlich Brasilianer. Zum ersten mal fallen die Eltern von Maria auf. Wegen ihrer blassen Hautfarbe. Maria jedoch gehört dazu. Zu den Brasilianern.

Sie versteht ein Grossteil der Unterhaltungen, die rings um sie herum geführt werden. Der Vater fühlt sich hier komplett ausgeschlossen. Er versteht die Sprache nicht, er hat eine andere Hautfarbe und irgendwie hatte er das Land in ganz anderer Erinnerung.

Aber vielleicht liegt es auch daran, dass er vor achtzehn Jahren nur Augen für seine Adoptivtochter hatte und nicht für das Land selbst.

Irgendwann haben sie ihr Ziel erreicht. Sao Paulo erstreckt sich in seiner ganzen Größe vor ihnen. Und die ist überwältigend.

Problemlos organisiert Maria die Taxifahrt zum Hotel. Sie checkt für alle ein und bestellt zum Abschluss sogar noch das Abendessen.

Vater und Mutter sind mächtig stolz auf ihre Tochter.

Spät am Abend fallen alle drei todmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen machen sie sich auf zum Kinderheim, in dem Maria die ersten Tage ihres Lebens verbracht hatte.

Maria geht durch jedes Zimmer des Kinderheims. Sie schaut in jede Ecke und sie schaut in die erwartungsvollen Blicke der Kinder, die hier im Heim leben.

„Ich hatte unwahrscheinliches Glück, dass ihr mich hier rausgeholt habt.“ Sagt sie leise.

Die Eltern halten einen Abstand zu ihr. Das hier ist ihre Geschichte, allein ihre Geschichte, der ersten Tage in ihrem Leben. Da war sie noch alleine. Ohne Eltern.

Noch finden diese nicht den Mut, auf sie zuzugehen. Sie in den Arm zu nehmen.

„Es muss schrecklich für sie sein, nach all den Jahren wieder hier zu sein,“ sagt die Mutter mit tränenerstickter Stimme. Der Papa nimmt sie fest in den Arm.

Sie wussten, dass sie eines Tages hier her zurückkommen würden. Zusammen mit ihrer Adoptivtochter. Wurzelsuche nenne man das, hatte man ihnen gesagt.

Man sagte ihnen auch, dass diese Suche sehr schmerzhaft sein kann, für alle Beteiligten.

Und genau diesen Schmerz fühlen sie jetzt. Maria, die Mama und der Papa.

Dann dreht Maria sich um, Tränen laufen in kleinen Rinnsalen über ihre Wangen.

„Können wir wieder gehen ?“ Fragt sie leise.

„Natürlich, wenn du das willst.“ Jetzt muss auch der Vater mit den Tränen kämpfen.

Maria geht auf ihre Eltern zu. Sie umarmt beide.

„Ich bin euch so unendlich dankbar, dass ihr mir eine schöne Kindheit geschenkt habt.“

„Wir sind dir dankbar, dass du uns als deine Eltern ansiehst und uns ein Leben mit Kind ermöglicht hast,“ antwortet die Mutter und drückt ihre Tochter dabei noch fester.

Die Rückfahrt zum Hotel führt sie am Rande einer Favela vorbei. Anscheinend hat der Taxifahrer den Name des Hotels nicht richtig verstanden. Deshalb nun die Irrfahrt durch dieses Armenviertel.

„Oh Mann, was ist das denn ? Wer wohnt denn in diesen Bretterhütten ?“ Maria ist fassungslos. „Arme Menschen.“ Der Vater schaut traurig.

„So wie meine Mutter ?“ „Ja, so wie deine Mutter.“

„Ich hätte sie so gerne kennen gelernt. Aber da kann man halt nichts machen, wenn die Unterlagen vernichtet wurden. Andererseits habe ich eine Mutter und die reicht ja auch.“

Maria lächelt ihre Mutter an.

Sao Paulo ist nun wahrlich kein Ort, an dem man seinen Urlaub verbringen möchte.

In weiser Voraussicht haben die drei auch nur einen 5-tägigen Aufenthalt gebucht.

Das anfängliche Gefühl der Zugehörigkeit von Maria vergeht mit der Zeit. Sie merkt, dass das hier nicht ihre Heimat ist. Wohl ihre Wurzeln, aber mehr nicht.

Eigentlich ist sie gar nicht traurig, als die Familie nach 5 Tagen den Flieger besteigt um nach Hause zurück zu fliegen.

„Ich hab euch liebt“, flüstert sie und schmiegt sich an die beiden, als der Flieger abhebt.

 

 

Über Christina Notheisen: Ich bin Jahrgang 1974, kinderlos. Mein Mann und ich warten auf ein Adoptivkind aus Thailand - die Unterlagen wurden 2008 nach Thailand geschickt. Die Geschichte habe ich schon vor längerer Zeit, irgendwann in der der zermürbenden Wartezeit - geschrieben. Vielleicht hatte ich geahnt, dass es einmal einen Wettbewerb geben wird...