Hanna Geister: Adoptionsgeschichte

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Es war im Februar 2003 als unser Sohn abends aus Wien anrief und uns sagte, ich habe ein Neuigkeit für Euch. Wir waren gespannt, denn an Neuigkeiten von unserm Sohn sind wir gewöhnt.

Also, wir haben die Absicht ein Kind zu adoptieren.

An 1. Stelle stand ein Kind aus Süd-Afrika. Ein Baby sollte es natürlich sein.

Aber das kann noch eine Zeit dauern.

Mein Mann und ich freuten uns sehr über diesen Entschluss. Wir

gratulierten den beiden und wünschten ihnen, dass es doch schnell gehen möge.

Bei einem Besuch in Wien, im Mai, fragten wir dann mal nach, wie lange es wohl noch mit dem Baby dauern würde.

Unser Sohn sagte gleich, nun fragt nicht immer, wir warten schon sehnsüchtig. Wenn es soweit ist, bekommt ihr schon Nachricht.

Also wurde trotz Neugierde unsererseits nicht mehr gefragt.

Ende September dann, wir machten einen Kurzurlaub,

kamen wir nach Hause, der Anrufbeantworter blinkte.

Wir hatten schnell heraus, dass es ein Anruf aus Wien war,

und auch den Grund war klar.

Die Freude war überall groß.

Maike und Stefan flogen Ende Oktober nach Johannesburg

und konnten schon am 31. Oktober 2003 ihre kleine, süße Kaya in Empfang nehmen.

 

Am 3. November, also mit  3 Monaten wurde sie in Pretoria adoptiert.

Eltern und Baby flogen überglücklich nach Wien zurück.

Kaya musste ja überall bestaunt werden, auch die Großeltern beiderseits waren gespannt auf das junge Glück, besonders aber auf  das Baby.

Kaya war ein süßes, liebes, hübsches, anhängliches Baby.

Jetzt ist sie schon fast 9 Jahre, ein liebes, anhängliches, hübsches, intelligentes Mädchen. Wir haben sie sehr lieb. Leider lebt sie zu weit von uns entfernt.  Neulich sagte sie zu mir, Oma wir sehen uns viel zu wenig, ihr seid zu weit weg von uns.

 

Bald kam dann der Wunsch ein 2. Kind zu adoptieren, nach Möglichkeit sollte es ein kleiner Junge sein.

Diesmal ging es schneller. Nico wurde am 9. Juni 2004 geboren

und im Oktober adoptiert, ein Junge, ein Wunschkind.

Nico und Kaya sind zwei ganz liebe Geschwister. Sie lieben sich sehr, können ohne einander nicht sein, zanken sich natürlich auch mal, wie das so bei Geschwistern ist.

Nico hatte einen schweren Start in Süd-Afrika. Er hatte sehr stark Neurodermitis.

Auch in Wien weinte er die erste Zeit sehr viel.

Er hatte dann oft so einen traurigen Blick. Nachdem er aber merkte wie er von seiner Familie geliebt wurde, und nach

zwei Aufenthalten in einer deutschen Spezialklinik besserte sich die Krankheit.

Wir glauben, dass seine Neurodermitis hauptsächlich seelisch bedingt war.

Heute ist er ein lieber, fröhlicher, sehr mitfühlender kleiner Junge.

Er schreibt gerne Karten und freut sich sehr über Post von uns.

Vor ein paar Wochen sagte ich mal zu ihm am Telefon, Nico, Du schreibst uns ja gar nicht mehr!

Nun antwortete er, ich habe so viel Arbeit, keine Zeit.

Wenn ich mal schreiben möchte, ruft mich mein Papa und bittet mich um Hilfe, und ich muss ihm doch helfen,

denn er tut auch so viel für uns.

Ein Junge von 7 Jahren denkt schon so weit.

Wir lieben beide Kinder sehr und vermissen sie immer sehr.

 

Hoffentlich können wir sie noch lange, wenn auch aus der Ferne ( meistens ), auf ihrem Lebensweg begleiten und sehen wie sie sich entwickeln.

Hanna Geister, geboren 1936 in Schlesien, 1945 geflüchtet nach Westfalen. Seit 1965 verheiratet mit D.G.. Dohn Stefan wird 1966 geboren.