Walter Hölbling: Wartn auf di

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Und an Drachn wear ma steign lassn

auf die Felder hinter da groaßn Lindn

und groaße Sandburgn wear ma baun

und im Bachl wear ma runde Stoana findn

 

Mir wearn die groaße Welt zur insring machn

und in insra kloanen Welt broat ma ins aus

i woaß so viel Freind, de ma bsuchn derfn

und alle lad ma ein in inser Haus

 

So mal i mir mei Lebm mit dir, in meiner Phantasie

Ma mecht nit moan, wia guat des tuat – Wartn auf di

 

Im Römerpark wear ma die Entn fuatern

und von da Bruggn aus wear ma nach die Fischln schaugn

in di Bluamen wear ma beim Wachsn zualosn

und mir wearn Weintraubm von da Staudn klaubm

 

Mir wearn des Blaue ins vom Himml holn

und koan Respekt vor Wind und Wetter habm

im tiafn Gras wear ma Versteckn spieln

und insre Fiaß tiaf in die Erdn grabm

 

So mal i mir mei Lebm mit dir, in meiner Phantasie

Ma mecht nit moan, wia guat des tuat – Wartn auf di

 

Mir wearn des Lebm sicher nit nei erfindn

aber mir wearn des insre dafür tian

dass koa Sekund umsinsch war, und nix vergeblich

aufn Weg, den mir nacha mitananda gian

 

Weil es wearn Tag sein voller Wunder

so voll mit Lebm für di und mi

des zahlt sich aus, des hat an Sinn – wartn auf di

 

Über Walter Hölbling:
Ich und meine Frau wohnen in Rum bei Innsbruck, wir haben im Jahr 1993 geheiratet. Schon bald wünschten wir uns Kinder, aber der Wunsch blieb lange unerfüllt. Im Jahr 2006 entschlossen wir uns, über den Verein "Brücke nach Äthiopien" ein Kind zu adoptieren. Im August 2008 durften wir unsere Tochter in Addis Abeba in die Arme schließen.
Ich bin beruflich als Redakteur der diözesanen Wochenzeitung "Tiroler Sonntag" tätig. Zusammen mit meiner Frau und vier weiteren MusikerInnen habe ich 2005 die Musikgruppe "Findling" gegründet, für die ich Lieder in Tiroler Mundart schreibe.

"Wartn auf di" ist in der Zeit zwischen dem Eintreffen des Kindervorschlags und unserer Abreise nach Äthiopien entstanden. Wir singen es auch mit unserer Musikgruppe.