5. Die Wartezeit

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. | Drucken |



Nun beginnt die Wartezeit auf den Kindervorschlag. Wie lange Adoptivwerber warten müssen, variiert sehr stark und kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern.

 

Das hängt vor allem davon ab, welches Herkunftsland gewählt wurde und wie gut die Angaben über das zukünftige Kind mit den wartenden Kindern übereinstimmen. In der Regel gilt, dass Flexibilität in Bezug auf Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand des Kindes oder die Offenheit für Geschwister einen rascheren Kindervorschlag begünstigen. Die Wartezeit hängt aber natürlich auch davon ab, wie viele Dossiers bereits vor Ihnen gereiht sind oder - wenn Sie mit einer Vermittlungsstelle arbeiten - wie viele Kinder diese zuerkannt bekommt.

Von vielen Adoptivwerbern wird dieser Abschnitt der Adoption früher oder später als belastend empfunden. Obwohl durchschnittliche Wartezeiten bekannt sind, gibt es keine Garantie, wie lange diese Periode tatsächlich dauert und ob Adoptionen im gewählten Herkunftsstaat stabil weiter laufen. Alles, was man tun konnte, ist erledigt, und der nächste Schritt ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes – der Elternschaft. Viele Adoptivwerber sind daher phasenweise angespannt und nervös. Einerseits will man sich auf das Kind freuen, andererseits möchte man sich nicht „verrückt machen“. Die Ungewissheit über die eigene Zukunft, Gedanken an das  zukünftige Kind und Neugier auf die Elternschaft wechseln einander ab.  Das ergibt nicht selten eine emotionale Hochschaubahnfahrt aus Vorfreude, Ungeduld, Hoffnung, Ängsten und Wut über die eigene Ohnmacht. Zusätzlich sind politische und behördliche Veränderungen in den Herkunftsländern (Wahlen, Unruhen, Umstellungen im Auslandsadoptionsprozess und anderes) nicht auszuschließen, die kurzfristig die Wartezeiten empfindlich verlängern können oder sogar zu einem Stopp führen.

In dieser Situation schließen sich Gleichgesinnte gerne zusammen (über persönliche Bekanntschaften, aber auch in Diskussionsforen) und teilen Freud und Leid der „Adoptivschwangeren“ miteinander.