3. Dokumente sammeln

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Jedes Herkunftsland erwartet von seinen Adoptivwerbern eine Reihe von Dokumenten, die gesammelt „Dossier“ genannt werden.

 

Das Dossier enthält alle im jeweiligen Herkunftsland erforderlichen Daten und Urkunden von sich bewerbenden Paaren oder Einzelpersonen. Üblicherweise ist es der Akt, der für das „Matching“ - die Passung von Eltern und vermittelbaren Kindern - herangezogen wird.

Je nach Herkunftsland sind verschiedene Dokumente in unterschiedlicher Zahl erforderlich. Bevor Sie beginnen, die Dokumente zu sammeln, ist es wichtig in Erfahrung zu bringen, welche Dokumente aktuell (!) im gewählten Land erforderlich sind. Ein Dossier kann zwischen rund 10 und 70 Dokumenten enthalten.
Sehr häufig werden folgende Dokumente verlangt:

  • Eignungsfeststellung der zuständigen österreichischen Behörde ("Adoptionsbewilligung")
  • Geburtsurkunden, Heiratsurkunde, eventuell Staatsbürgerschaftsnachweis
  • Ärztliches Attest
    Aus diesem sollte jedenfalls hervorgehen, dass die Adoptivwerber geistig und körperlich in der Lage sind, ein Kind aufzuziehen. Des Weiteren sollen gefährliche, ansteckende oder lebensbedrohliche Krankheiten ausgeschlossen werden. In manchen Staaten wird hier ein Formular verwendet, an dem sich der Hausarzt orientieren kann. In anderen handelt es sich um ein Schreiben in Briefform.
  • Auszug aus dem Strafregister
  • „Home Study“ oder „Sozialbericht“
    Hier werden die Adoptivwerber im Hinblick auf ihre zukünftige Rolle als Eltern(teil) vorgestellt: ihr jeweiliger Werdegang (Kindheit, Ausbildung, Beruf), ihre Partnerschaft, ihre Beweggründe zur Adoption, ihr Alltag und ihre Umfeld, bereits vorhandene Kinder, Wohnverhältnisse, Wohnumgebung, Werte und Hobbys. Als Homestudy kann entweder der Bericht der Kinder- und Jugendhilfe herangezogen werden oder sie wird von einer/m externen SozialarbeiterIn erstellt, die/der für diesen Zweck einen oder mehrerer Hausbesuche absolviert.
  • Fotos
    Fotos, die die Adoptivwerber und ihren Alltag veranschaulichen: Bilder der zukünftigen Eltern/des zukünftigen Elternteils, Haus oder Wohnung, der erweiterte Familienkreis und die Umgebung (Landschaft, Stadt), Hobbies. Bei der Auswahl der Fotos sollte auf kulturelle Normen des Herkunftslandes Rücksicht genommen werden, so zum Beispiel bei der Bekleidung.
  • Referenzschreiben
    Je nach Herkunftsland sollten diese Empfehlungsschreiben von unterschiedlichen Personen stammen: Familie, Freunde, Personen von öffentlichem Interesse (Bürgermeister, Pfarrer, Arbeitgeber)
  • Post Placement Garantie
    Bestätigung, mit der man sich verpflichtet, in bestimmten Zeitabständen sogenannte Nachberichte an das Herkunftsland zu übermitteln. Diese Berichte dokumentieren die Entwicklung der Kinder und werden entweder durch eine Sozialarbeiterin/ einen Sozialarbeiter oder durch die Eltern selbst erstellt. Das Herkunftsland legt fest, wie oft und in welchen Abständen Nachberichte zu übermitteln sind.

 

Am Ende des Dokumente-Sammelns steht oft ein dicker Akt („Dossier“), welcher in die Landessprache oder ins Englische übersetzt werden, beim Notar beglaubigt und oftmals überbeglaubigt werden muss. Dieses Dossier wird dann von der zentralen Behörde der Landesregierung an die zuständigen Stellen im Herkunftsland geschickt.